Bolivien |

UNO mahnt freie Wege für Marsch der TIPNIS-Gegner an

Die Vereinten Nationen (UNO) haben am vergangenen Samstag die Befürworter des umstrittenen Straßenbauprojekts TIPNIS angemahnt, einen Protestmarsch der Gegner dieses Projekts nicht zu behindern. In einem Kommuniqué ruft die UN zu einem friedlichen Miteinander und zur Toleranz bezüglich des „IX. Indigenen Marsches“ auf. Die Gegner des Projekts sind auf dem Weg in die Hauptstadt Boliviens, um die Rücknahme eines Gesetzes zu fordern, dass eine Konsultation vorsieht.

Aus „verschiedenen Quellen“ habe man Informationen erhalten, dass die Teilnehmer des von der Organisation der Tiefland-Indigenen CIDOB organisierten Marsches Schwierigkeiten überwinden müssten. Diese stünden auch „mit Aktionen der Intoleranz einiger Gemeinden an der Strecke“, so die UNO.

Aufruf zu Toleranz und Friedfertigkeit

Die Vereinten Nationen erinnerten in ihrer Erklärung daran, dass Bewegungsfreiheit und Demonstrationsfreiheit grundlegende Menschenrechte seien. Die UN ruft daher „alle an diesen Ereignissen beteiligten Bürger, Gemeinden und Institutionen auf, dazu beizutragen und zu garantieren, dass diese Ereignisse in einem Klima der Toleranz und des friedlichen Miteinanders stattfinden und vor allem feindselige Angriffe verhindert werden“, heißt es in dem Schreiben. Auch sei die UNO besorgt wegen der großen Anzahl von Frauen und Kindern, die an dem Marsch teilnehmen und mahnte sowohl indigene Führer wie Regierungsfunktionäre an, für das Wohlergehen dieser Gruppe besondere Sorge zu tragen.

Im Mai hatte es in der Stadt in San Ignacio de Moxos (Department Beni) Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern gegeben. Die Protestierenden waren mit Straßensperren gezwungen worden, einen Umweg zu nehmen und dabei beschimpft und zum Teil auf geschlagen worden, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur. Vergangene Woche gerieten die Teilnehmer bei Caranavi mit Koka-Bauern aneinander, die den Protest der CIDOB ablehnen.

Der Protestmarsch wird heute den schwierigsten Teil seines Weges nach La Paz beginnen. Dabei müssen die Teilnehmer auf den letzten knapp 100 Kilometern einen Anstieg bis auf 4.000 Höhenmeter überwinden. Die Teilnehmer begannen ihren Protestmarsch in der Stadt Trinidad in der Amazonasregion Boliviens am vergangenen 27. April und werden am 26. Juni in La Paz erwartet. (bh)