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UNICEF: Gewalt hindert Kinder am Schulbesuch

Gewalt und die allgemein mangelnde Sicherheitslage im Land halten guatemaltekische Mädchen und Jungen davon ab, die Schule zu besuchen. Dies ist das Ergebnis einer Anfang dieser Woche veröffentlichen Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Demnach haben acht von zehn Kindern Angst, in die Schule zu gehen. Die Kinder fürchten sich vor Dieben, Verkehrsunfällen oder der allgemeinen Gewalt und Unsicherheit.

Guatemala gehört laut der in diesem Jahr vom Sekretariat der Genfer Erklärung veröffentlichten Studie „Die globalen Folgen der Waffengewalt“ (Carga Global de la Violencia Armada) zu den sieben gefährlichsten Ländern weltweit. Ebenso wie in Honduras liegt der Gewaltindex dort bei über 45 Morden je 100.000 Einwohner. Zwischen 2004 und 2009 hat die Gewalt im Land aufgrund von Bandenkriminalität spürbar zugenommen

Hilflose Lehrer

Für die Studie waren 817 Schüler und Schülerinnen, 817 Lehrer und 253 Eltern befragt worden. Fast 36 Prozent der Schüler haben laut Befragung Angst vor Jugendbanden. Ein Fünftel der Kinder fürchtet, Opfer eines Überfalls zu werden. Rund zwei Drittel der Befragten Kinder gaben an, schon einmal Opfer eines körperlichen Angriffs geworden zu sein, 19 Prozent der Kinder sind auch sexuell belästigt worden.

Die Untersuchung ergab auch, dass bei 77 Prozent der Lehrer die Gewaltsituation der Kinder nicht bekannt ist. Da sie keine entsprechende Ausbildung erhalten, könnten sie auch nicht angemessen darauf reagieren. Doch auch 28 Prozent der Lehrer erklärten, bereits Opfer der Bandengewalt geworden zu sein.

Kein Vertrauen in die Polizei

Besorgniserregend ist zudem, dass 77 Prozent der Schüler kein Vertrauen in die Polizei haben. Auch das Programm „Sichere Schulen“ hat daran offenbar nichts geändert.

Der für Unicef tätige guatemaltekische Soziologe Juan Enrique Quiñónez sieht trotz dieser Ergebnisse die Schulen als einen Ort, der Kindern Sicherheit bieten könne. Er begründet seine Auffassung mit den Ergebnissen der Studie selbst: Eine überwältigende Mehrheit von 81 Prozent der Kinder habe im Interview erklärt, dass nicht die Gewalt in den Gewalt fürchten müssten, sondern die Unsicherheit außerhalb der Schulen, etwa im Schulbus. (bh)

Quelle: Adital mit Informationen von EFE und „El Diario"