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Uni-Zugangsquote nach Hautfarbe verfassungsgemäß

Brasiliens Oberstes Gericht hat Zulassungsquoten nach Hautfarbe an den öffentlichen Universitäten des Landes für verfassungsgemäß erklärt. Einstimmig sprachen sich die Richter damit laut Presseberichten vom Freitag für eine Beibehaltung der gängigen Praxis aus. Während der Urteilsverkündung kam es im Gerichtssaal zu einem Tumult, nachdem Vertreter der indigenen Völker eine festgeschriebene Quote auch für sich selbst einforderten.

Die Richter argumentierten den Berichten zufolge, die Quote schaffe Möglichkeiten für die farbigen Brasilianer, die diese normalerweise nicht hätten. Die öffentlichen Schulen im Land haben ein wesentlich niedrigeres Niveau als teure Privatschulen. Dadurch haben arme Absolventen öffentlicher Schulen kaum Chancen, die schwierigen Aufnahmeprüfungen der Universitäten zu bestehen.

Kritiker lehnen entweder Quoten insgesamt ab, oder sie wünschen sich eine Quote nach sozialen Kriterien, etwa die Einkommenssituation der Familie. Brasiliens öffentliche Universitäten haben Autonomie in der Entscheidung, wie sie den Zugang von benachteiligten Minderheiten regeln wollen. In den kommenden Wochen stehen noch zwei weitere Urteile des Obersten Gerichtes zur Frage der Universitätsquoten an.

Quelle: KNA