Kolumbien |

Ungeklärter Tod eines Kronzeugen im Odebrecht-Skandal

In Kolumbien sorgt der Tod eines Kronzeugen und seines Sohnes im seit Jahren schwelenden Korruptionsskandal um den brasilianischen Baulöwen Odebrecht für Schlagzeilen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, 14. November 2018, berichtet, war der Wirtschaftsprüfer Jorge Enrique Pizano, einer der wichtigsten Zeugen im Bestechungsskandal, vergangene Woche in seiner Finca rund 40 Kilometer von Bogotá tot aufgefunden worden. Ersten Ermittlungen zufolge starb er an einem Herzinfarkt.

Als der Sohn, der Architekt Alejandro Pizano Ponce de León, von dem Tod seines Vaters erfuhr, reiste dieser von seinem spanischen Wohnort Barcelona nach Kolumbien. Gleich nach Ankunft in der Finca wurde der Sohn ohnmächtig und verstarb am Sonntag, 11. November 2018, auf dem Weg ins Krankenhaus, informierte der Radiosender „Radio Caracol“. Todesursache sei laut Gerichtsmedizin eine „Vergiftung durch Einnahme von Zyankali“.

Auf dem Tisch in der Finca habe eine Flasche mit Limonade gestanden, aus der das Opfer vor seinem Tod getrunken hatte. Der Wirtschaftsprüfer Jorge Enrique Pizano arbeitete für das Konsortium für den Bau der „Ruta del Sol“, deren wichtigster Anteilshaber Odebrecht war und hatte sich mit dem Staatsanwalt Néstor Humberto Martínez getroffen, um gegen seinen Arbeitgeber auszusagen. Odebrecht steht im Verdacht, im Tausch für Zuschläge bei staatlichen Ausschreibungen sowohl die Wahlkampagnen von Ex-Präsident Manuel Santos als auch von dessen Vorgänger Álvaro Uribe mitfinanziert zu haben. (bb)

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