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UNDP: Lateinamerika gewalttätigster Kontinent der Erde

Lateinamerika ist der gewalttätigste Kontinent der Erde mit durchschnittlich 23 Morden pro 100.000 Einwohnern. Das hat eine neue Erhebung des UN-Programms für Entwicklung (UNDP) ergeben. Wie der Regionaldirektor des UNDP, Heraldo Muñoz, in Santo Domingo auf dem am Wochenende beendeten Forum über Regionale Sicherheit mitteilte, geschehen in Lateinamerika 27 Prozent aller Morde weltweit, dabei leben dort nur nur neun Prozent der Weltbevölkerung. „In absoluten Zahlen sprechen wir von 70.000 bis 90.000 Morden pro Jahr“, so Muñoz. „Das ist erschreckend, zumal bestimmte Regionen wie Mittelamerika noch deutlich über dem Schnitt liegen.“

In Mittelamerika sterben derzeit 44 von 100.000 Einwohnern eines gewaltsamen Todes – das ist mehr als zu Zeiten der blutigen Bürgerkriege in den 80er Jahren. Spitzenreiter sind El Salvador mit 71 und Guatemala mit 52 Morden pro 100.000 Einwohnern. In Mexiko hat die Gewaltkriminalität im Zuge des Drogenkriegs zwar zugenommen, liegt aber mit 14 pro 100.000 Einwohnern deutlich unter Mittelamerika. Südafrika kommt auf einen Anteil von 36; Deutschland liegt bei drei. Nach Angaben der Verwaltungsdirektorin des UNDP, Helen Clark, geben die Staaten der Region zwischen fünf und 40 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Sicherheit aus. Nötig seien aber auch Investitionen in Entwicklungshilfeprogramme, betonte Clark. (saw)