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UNDP: Erfolge bei Armutsminderung

In Lateinamerika und der Karibik sind deutliche Erfolge bei der Armutsminderung zu verzeichnen. Dies gab Heraldo Muñoz vom United Nations Development Programme (UNDP) gestern in einem Interview in Madrid bekannt. Die Grundlage für das Sinken der Armut in der Region sei laut Muñoz das anhaltende Wachstum in der Region. „Lateinamerika befindet sich derzeit in einer sehr guten wirtschaftlichen Situation“, so Muñoz, „ im vergangen Jahr konnte ein Wachstum von sechs Prozent erreicht werden, in diesem Jahr werden es wieder vier bis fünf Prozent sein. Das ist das Doppelte des europäischen Wachstums“. So sei es für viele Menschen möglich geworden, die Armut zu verlassen und ihr eigenes Einkommen zu generieren. Ein Teil des Erfolges seien dem UNDP-Sekretär zufolge den so genannten konditionierten Hilfsprogrammen zu verdanken. In diesem Zusammenhang erhalten Familien Zahlungen von der Regierung wenn sie beispielsweise ihre Kinder zur Schule schicken. Diese Art der Unterstützung gibt es in 18 lateinamerikanischen Ländern.

Ungleichheit und Gewalt weiterhin problematisch

Trotz der positiven wirtschaftlichen Bilanz bleibe der Subkontinent dem UNDP zufolge allerdings die Region mit den größten sozialen Ungleichheiten weltweit. Zehn der 15 Länder mit den ausgeprägtesten Ungleichheiten liegen in Lateinamerika. Eine besonders ungerechte Einkommensverteilung weisen Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Paraguay und Chile auf. Diese Ungleichheit zu beseitigen, sei die größte Herausforderung für die Regierungen in der Region. Ein weiteres großes Problem ist nach Angaben von Muñoz die Gewalt in vielen lateinamerikanischen Staaten. In Lateinamerika und der Karibik leben neun Prozent der globalen Bevölkerung, aber es werden 27 Prozent aller Morde dort verübt. (aj)