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UN-Wirtschaftskommission diskutiert über Kokain-Legalisierung

Die Coca-Pflanze aus der Kokain herstellt wird (Symbolfoto: Adveniat/Escher)
Die Coca-Pflanze aus der Kokain herstellt wird (Symbolfoto: Adveniat/Escher)

Nach Jahrzehnten des erfolglosen und blutigen Antidrogenkampfes vom Rio Grande bis nach Feuerland werden die Stimmen zur Legalisierung von Kokain, Marihuana und anderen verbotenen Substanzen immer zahlreicher. Nun hat sich auch die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) für eine Aufhebung des Drogenverbots ausgesprochen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters CEPAL-Direktorin Alicia Bárcena am Dienstag, den 29. Mai 2018.

„Ich werde mal ganz provokativ fragen: Wem kommt die Legalisierung von Drogen zugute? Lateinamerika und der Karibik, mein Gott! Weil es die Illegalität ist, die die Menschen tötet“, sagte die langjährige Chefin der Kommission, die in ganz Lateinamerika für ihre Expertise geschätzt wird, am Montag auf einer Konferenz des Internationalen Wirtschaftsforum. Allein in Mexiko seien in den letzten zehn Jahren über 200.000 Menschen Opfer des staatlichen Anti-Drogenkampfs und dem gewaltsamen Agieren der Drogenkartelle geworden, argumentiert die Ökonomin.

Der militarisierte Anti-Drogenkampf, von den USA Mitte der 80er Jahre unter dem Motto „Going to the Source“ (deutsch: zur Quelle gehen) begonnen und begründet mit dem massiven Kokain- und Crack-Konsum in Nordamerika, sei offensichtlich gescheitert. „Es ist die Zeit gekommen ernsthaft über die Legalisierung der Drogen nachzudenken“, forderte die UN-Beamtin. Peru, Kolumbien und Bolivien sind die größten Kokablatt-Produzenten der Erde. In Mexiko wird zunehmend auch Mohn für die Heroin-Produktion angepflanzt. (bb)