Haiti |

UN wegen Cholera Epidemie angeklagt

Das haitianische Institut Gerechtigkeit und Demokratie hat am Mittwoch, 9. Oktober, Klage gegen die Vereinten Nationen (UN) eingereicht. Die Institution vertritt die Interessen der Opfer der Cholera-Epidemie, die im Jahr 2010 nach dem verheerenden Erdbeben ausgebrochen ist. Untersuchungen zufolge sind es Soldaten der Friedensmission gewesen, die die Krankheit auf der Insel ausgelöst haben. Soldaten aus Nepal sollen Exkremente in einen Fluss geleitet und so die Cholera verbreitet haben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es knapp 100 Jahre lang keinen Choleraausbruch mehr in Haiti gegeben. Die Epidemie kostete 8.000 Menschen das Leben und mehrere hunderttausend Haitianer erkrankten.

Die Anwälte des haitianischen Instituts fordern 100.000 US-Dollar Entschädigung pro Todesopfer und 50.000 US-Dollar pro Erkranktem. Die UN lehnte bisher jegliche Zahlungsforderungen ab. In einer Stellungnahme eines Sprechers des UN-Generalsekretärs Ban Ko Moon machte dieser deutlich, dass für die Mitarbeiter der internationalen Organisation in einem solchen Fall juristische Immunität besteht. Brian Concannon, einer der Anwälte, der die Opfer vertritt, sagte gegenüber der Presse, dass es vor diesem Hintergrund für die Opfer keine andere Möglichkeit mehr gegeben hätte, als zu klagen. „Die UN hat sich geweigert, die Entschädigungszahlungen auch nur in Betracht zu ziehen. Wir hatten dann das Gefühl, keine andere Wahl mehr zu haben, als Klage bei einem nationalen Gericht einzureichen“, so Concannon.

Experten gehen davon aus, dass die UN ihre Haltung im Zusammenhang mit der Cholera-Epidemie in Haiti auch in Zukunft nicht ändern wird. (aj)