Bolivien |

UN stärkt Indigenen den Rücken

Im Streit um den Bau einer neuen umstrittenen Autobahn, die durch die zum Teil ökologisch wertvollen Territorien der indigenen Völker Boliviens führt, hat sich der UN-Kommissar für Menschenrechte in Bolivien, Denis Racicot, hinter die betroffenen Menschen in der Region gestellt und die Regierung von Staatspräsident Evo Morales zur Kooperation aufgefordert. Man müsse mit den betroffenen Menschen zusammenarbeiten, um zu erreichen, dass sie sich ernst genommen fühlen, sagte Racicot laut Medienberichten in dieser Woche in La Paz.

Die Regierung Morales will eine rund 300 Kilometer lange Autobahn bauen, um die Andentäler mit der Amazonas-Region besser zu vernetzen. Die Route führt unter anderem durch den Nationalpark Isiboro Sécure (TIPNIS) in denen die indigenen Bevölkerungsgruppen Yuracaré, Chimán und Trinitaria leben.

Einer der Sprecher der betroffenen Indigenen begründete den Protest der Befürchtung, mit dem Bau der Autobahn sei der bisherige traditionelle auf landwirtschaftlicher Selbstversorgung basierende Lebensstil der Ureinwohner in Gefahr. Morales rechtfertigt das Infrastrukturprojekt mit einer besseren Verbindung der zum Teil isolierten Regionen und einem damit verbunden erhofften wirtschaftlichen Aufschwung. Die Autobahn wird mit einem umgerechnet etwa 300 Millionen Euro Kredit aus Brasilien finanziert. (TK)