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UN-Sonderbotschafter besucht von Erdölförderung betroffene indigene Gemeinden

Der UN-Sonderbotschafter für indigene Rechte, James Anaya, hat bei seiner Reise durch Peru auch indigene Völker im Amazonasgebiet besucht. Anaya will sich auf seiner noch bis zum 13. Dezember andauernden Reise insbesondere über die Situation hinsichtlich des Rechts auf Konsultation gemäß der ILO-Konvention 169 und die Auswirkungen von Bergbau und Erdölförderung informieren. Anaya kam im peruanischen Amazonasgebiet in Andoas (Departement Loreto) mit mehr als 150 indigenen Dorf- bzw. Gemeinschaftsvorstehern (Apus) der Flusseinzugsgebiete der Flüsse Pastaza, Tigre, Corrientes und Maranón zusammen, die von Erdölförderung betroffen sind, berichte die Nachrichtenagentur Servindi.

Die Indigenen kritisierten gegenüber Anaya, dass die Regierung von Ollanta Humala vorgesehene Maßnahmen für die indigenen Gemeinschaften am Fluss Pastaza und Corrientes aufgrund des im März und September dieses Jahres ausgerufenen Umweltnotstandes nicht umgesetzt habe. Der Präsident der Föderation der Quechua-Indigenen des Pastaza (Fedequep) machte den Staat dafür verantwortlich, dass der Erdölkonzern Pluspetrol irreparable Schäden hinterlassen habe, weil er "dieses Umweltverbrechen weder untersucht noch bestraft hat", so Dahua. Die Apus forderten, "dass unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden", um die Rechte der Indigenen zu wahren.

Erdölförderung in indigenen Territorien "besorgniserregend"

"Die Erdölförderung auf ihren Territorien ist sehr besorgniserregend", erklärte Anaya gegenüber den Vertretern der Indigenen und versprach, einen Bericht zu liefern in dem stehe, "was wirklich vor sich geht", zitiert die peruanische Zeitung La República den UN-Sonderbotschafter. Er empfahl den Betroffenen, weiterhin mit friedlichen Mitteln ihre Rechte einzufordern und dafür auch internationale Institutionen anzurufen.

James Anaya besuchte auf seiner Visite im Amazonas auch den See (Laguna) Shanshococha am Fluss Pastaza. Die für Umweltfragen zuständige Staatsanwaltschaft OEFA hatte Ende November dieses Jahres gegen den Erdölkonzern Pluspetrol Norte S.A. eine Geldstrafe von umgerechnet 7,2 Mio. US-Dollar wegen der Verschmutzung des Wassers und der Verletzung von Informationspflichten verhängt. (bh)