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UN-Sonderberichterstatter fordert Moratorium zu Gen-Mais

UN-Sonderberichterstatter Olivier De Schutter hat die mexikanischen Regierungsbehörden aufgefordert, ein Moratorium zu gentechnisch veränderten Mais für den kommerziellen und experimentellen Gebrauch zu verhängen. Bei einem Besuch in Mexiko sagte Schutter, die Vielfalt von gentechnisch veränderten Mais könnte einen Verlust der landwirtschaftlichen Biodiversität verursachen. Die Artenvielfalt sei jedoch angesichts der unabsehbaren Bedrohungen durch den Klimawandel fundamental wichtig und notwendig, um den Hunger zu bekämpfen.

Die Einführung von genetisch veränderten Mais werde dazu führen, dass die armen Kleinbauern mehr und mehr von den Saatgut-Produzenten und anderen Großlieferanten abhängen würden. Diese seien durch Rechte auf geistiges Eigentum geschützt. Die Landwirtschaft werde dadurch extrem teuer werden, warnte De Schutter.

Der Sonderberichterstatter empfahl Mexiko, eine Landwirtschaftspolitik zu entwickeln, die vor allem den Artmen zu Gute kommt. „In einem Land, in dem mehr als 80 Prozent der Landwirte weniger als fünf Hektar Land haben, sind Verbesserungen im landwirtschaftlichen Sektor dringend notwendig“, so De Schutter. „Die politischen Maßnahmen in der Landwirtschaft bevorzugen jedoch die reichsten Bundesländer, die reichsten Munizipien und die reichsten landwirtschaftliche Produzenten vor Ort.“

2009 hat Mexiko seine Gesetzgebung bezüglich der Biosicherheit verändert und ein Moratorium aufgehoben, das ein Jahrzehnt lang den Anbau von gentechnisch veränderten Mais verbot. Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten sowie Kleinbauern hatten die Entscheidung heftig kritisiert. Sie bevorzuge landwirtschaftliche Großunternehmen und gefährde die jahrhundertealte einheimische Vielfalt landwirtschaftlicher Produkte.

Zu Beginn dieses Jahres hatten die mexikanischen Bundesstaaten Michiacán und Tlaxcala den Anbau von gentechnisch veränderten Mais verboten. (vh)

Quelle: Noticias Aliadas