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UN-Report: Kokainkonsum nimmt zu

In Lateinamerika nimmt ähnlich wie in Europa der Kokainkonsum zu. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervor. Von diesem Trend seien auch zahlreiche afrikanische Staaten betroffen. Einen Konsumzuwachs verzeichnen die UN-Experten zudem bei der Einnahme von aufputschenden Drogen und Medikamenten. Rund 40 Millionen Menschen auf der Welt nehmen laut Bericht sogenannte Amphetamine ein. Das jüngste Zahlenmaterial stammt aus dem Jahr 2009.

In Lateinamerika greifen dem UN-Bericht zufolge inzwischen 2,7 Millionen Menschen zu illegalen Drogen. Beim Kokainkonsum liegen hier Brasilien mit 900.000 und Argentinien mit 600.000 Abhängigen an der Spitze. Einen Zuwachs in diesem Bereich verzeichnet die Statistik unter anderem in Uruguay, Ecuador, Guatemala und Venezuela.

In Europa verdoppelte sich die Nachfrage nach der Droge in den zehn Jahren zwischen 1998 und 2008. Zuletzt konsumierten laut UN-Statistik vier Millionen Europäer einen Viertel der Kokain-Weltproduktion. Die ansteigende Nachfrage habe dazu geführt, dass von Südamerika nach Europa neue Schmuggelwege für die Droge geschaffen worden seien, etwa über Westafrika. In der Folge habe sich auch dort der Konsum erhöht. Die Hälfte des zwischen 2006 und 2008 nach Europa verschifften Kokains wurde in venezolanischen Häfen geladen.

Die am meisten verbreitete illegale Droge bleibt laut UN-Bericht jedoch Cannabis. Zwischen 130 bis 190 Millionen Menschen sollen weltweit mindestens einmal im Jahr Marihuana rauchen. Ein Großteil der Haschisch-Produktion stammte den Angaben zufolge aus Afghanistan.

Quelle: kna