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UN kritisieren sklavenähnliche Arbeitsbedingungen

Einem unveröffentlichtem Bericht der Vereinten Nationen (UN) über sklavenähnliche Arbeitsbedingungen in Paraguay zufolge arbeiten in der 6,7-Millionen-Einwohnernation rund 70 Prozent aller Beschäftigten in informellen Arbeitsverhältnissen. Das berichtet die Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf eine Vorabversion des Papiers am Dienstag, 25. Juli 2017. Der Arbeitsmarkt müsse stärker reguliert werden, um "Formen extremer Arbeitsausbeutung zu verhindern", so Urmila Bhoola, UN-Sonderberichterstatterin für moderne Sklavenarbeit.

Vor allem Frauen würden "mit großer Wahrscheinlichkeit" zu menschenunwürdiger Arbeit gezwungen. Diese Beschäftigungen seien von hoher Weiterbeschäftigungsunsicherheit, fehlender Sozial- und Krankenversicherung und niedrigen Löhnen gekennzeichnet, warnte die Menschenrechtsanwältin und warnte vor "neuen Verletzbarkeiten" der Frauen. Ein Mindestlohn um rund 400 US-Dollar im Monat sei nicht nur zu gering bemessen, mangels staatlicher Durchsetzungskraft werde dieser auch in den seltensten Fällen tatsächlich ausgezahlt.

Ungerechte Bezahlung mit Coupons

Auch Arbeitsrecht stünde zwar auf dem Papier, in der Praxis würden Normen jedoch kaum eingehalten, Rechtsverstöße blieben ohne Strafverfolgung, so Bhoola. "Zwangsarbeit und Schuldenknechtschaft" seien in zahlreichen Fällen in der ländlichen Chaco-Region dokumentiert worden. Nach dem historischen Verkauf von Indigenenland an Großgrundbesitzer, Agrarkonzerne und Forstunternehmen ohne die Zustimmung der betroffenen Personen, würden landlose Bauern für diese arbeiten müssen. Bezahlt würden sie mit Coupons, die sie in den Lebensmittelläden der Arbeitgeber ausgeben, was jedoch laut der UN-Sonderberichterstatterin "nicht ausreicht um den Grundbedarf zu decken". (bb)

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