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UN-Komitee befasst sich mit verschwundenen Studenten

Verwandte und Freunde der 43 Studenten, aber auch andere Mexikaner fordern die Aufklärung des Falls. Foto: eyespywithmy. CC BY-NC 2.0
Verwandte und Freunde der 43 Studenten, aber auch andere Mexikaner fordern die Aufklärung des Falls. Foto: eyespywithmy. CC BY-NC 2.0

Der Fall der 43 verschwundenen Studenten ist nun auch bei den Vereinten Nationen (UN) ein Thema. Eine mexikanische Delegation ist am Montag mit dem UN-Komitee gegen gewaltsames Verschwindenlassen von Menschen zusammengekommen. Zum einen soll dort die Situation in Mexiko besprochen werden. Mexiko hat die internationale Konvention zum Schutz vor dem gewaltsamen Verschwindenlassen unterschrieben. Daher prüft die UN, ob die Regierung des lateinamerikanischen Landes sich an die Konvention hält.

Zum anderen geht es bei den Gesprächen ganz konkret um den Fall der 43 verschleppten Studenten von Iguala. Einige Angehörige der Opfer sind ebenfalls nach Genf gereist und wurden bereits von dem Komitee angehört. Die Betroffenen haben der internationalen Organisation erläutert, warum die Suche nach den jungen Menschen nicht aufgegeben werden dürfe. Der Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam hatte die Studenten vergangene Woche für tot und den Fall damit für abgeschlossen erklärt.

Misstrauen gegenüber der Regierung

Karam gab an, dass die jungen Männer ermordet und anschließend auf der Müllhalde von Cocula verbrannt worden seien. Dies sei durch die Geständnisse der beteiligten Personen ausreichend belegt. Eine Beteiligung des mexikanischen Militärs schloss der Jurist aus. Viele der Angehörigen der Opfer halten diesen Schluss für voreilig. Sie werfen der Regierung vor, den Fall aus politischen Gründen so schnell wie möglich zum Abschluss bringen zu wollen. "Die Regierung hat uns getäuscht, wir trauen ihr nicht mehr", fasste Bernabe Abraham die Meinung vieler Hinterbliebener zusammen. Bisher ist durch DNA-Tests lediglich die Identität eines einzigen der vermissten Studenten bestätigt worden. Laut den Angehörigen könne außerdem davon ausgegangen werden, dass die 43 Studenten von Iguala kein Einzelfall gewesen sind.

Der mexikanische Präsident, Enrique Peña Nieto, hingegen betonte die beispiellose Anstrengung seiner Regierung, die Ereignisse vom 26. September aufzuklären. (aj)

Foto: eyespywithmy. CC BY-NC 2.0