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UN-Generalsekretär soll Feminizide thematisieren

Anlässlich des Besuches von Ban Ki-Moon in Guatemala werden zentralamerikanische Frauenorganisationen dem UN-Generalsekretär einen Brief übergeben, in dem er aufgefordert wird, bei seinen Treffen mit Präsidenten aus Mittelamerika das Thema der Frauenmorde (Feminizide) in der Region ganz oben auf die Agenda zu setzen.

Ban Ki-Moon wird beim Lateinamerikagipfel vom 15.-17. März mit den Präsidenten von El Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Honduras, Belize und dem Vizepräsident der Dominikanischen Republik unter anderem die Themen Gewalt, Sicherheit und Drogenhandel diskutieren.

Einhaltung bestehender Abkommen gefordert

Frauenrechtsorganisationen wie das Feministische Kollektiv aus El Salvador oder das Zentrum für Frauenrecht in Honduras wollen die Gelegenheit nutzen, um auf die Zunahme von Feminiziden in El Salvador, Honduras und Guatemala aufmerksam zu machen.

“Die Gewalt gegen Frauen hat ihre Wurzeln in der Dominanz patriarchaler Strukturen, die geschlechtlich begründeten Straftaten Vorschub leisten”, heißt es in dem Schreiben. Der UN-Generalsekretär solle bei seinen Treffen das Thema auch hinsichtlich der Strafverfolgung, Prävention und Vermeidung von Gewalt zur Sprache bringen und staatliche Maßnahmen einfordern, die künftig die Gewalt an Frauen verhindern helfen, so die Organisationen. Die Staaten müssten dazu angehalten werden, bereits unterzeichnete Vereinbarungen zu den Frauenrechten auch einzuhalten, fordern die Unterzeichner des Papiers.

Mehr als 1.500 Feminizide im vergangenen Jahr

Nach Angaben des zentralamerikanischen Parlaments (PARLACEN) wurden in El Salvador, Honduras und Guatemala im vergangenen Jahr mehr als 1.500 Frauen ermordet. Ein Drittel der Opfer war jünger als 25 Jahre. Zudem geht aus den Daten hervor, dass die Zahl der Feminizide seit dem Putsch im Juni 2009 um das Anderthalbfache zugenommen hat. (bh)

Quelle: Adital