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Umweltsünder zahlen ihre Strafen nicht

Die Umweltsünder in Brasilien bezahlen immer seltener die von der staatlichen Umweltbehörde verhängten Strafgelder. Lediglich 0,75 Prozent der zwischen 2005 und 2010 verhängten Bußgelder wurden tatsächlich bezahlt, wie die brasilianische Presse (Montag) berichtet. Die meisten Strafen würden wegen illegaler Abholzung, Abbrennen von Wäldern und dem Handel mit illegal geschlagenem Holz verhängt. Zudem stiegen die Fälle von Biopiraterie stetig an, so die zuständige Behörde.

Während demnach 2005 etwa 1,2 Prozent aller Bußgelder bezahlt wurden, sank dies bis 2010 auf nur noch 0,2 Prozent. Insgesamt ging die Gesamtzahl der verhängten Bußgelder um mehr als 40 Prozent zurück: von etwa 33.000 im Jahr 2005 auf zuletzt 19.000. Die Gesamtsumme der von der Behörde verhängten Strafen lag den Berichten zufolge im vergangenen Jahr bei umgerechnet 1,1 Milliarden Euro.

Mehr als 400 Millionen Euro seien allein im Bundesstaat Para verhängt worden, der den östlichen Teil des Amazonasbeckens bis zur Flussmündung in den Atlantik umfasst. Laut Behörde sind die Fälle von illegalem Holzhandel dank verstärkter Kontrollen in den vergangenen Jahren rückläufig.

Zugleich habe die Biopiraterie zugenommen. Während noch 2005 lediglich ein einziger Fall mit Strafen belegt worden sei, schnellte die Zahl bis 2010 auf 106 in die Höhe. Besonders Kosmetikunternehmen eigneten sich illegal biologische Materialien an, ohne dafür eine staatliche Genehmigung zu haben.

Die staatliche Umweltbehörde sieht die Gründe für die schlechte Zahlungsmoral der Umweltsünder zum einen bei der Justiz. Diese sei durch die Vielzahl der Fälle überlastet. Zum anderen würden bei den illegalen Geschäften oftmals mittellose Strohmänner eingesetzt, die nicht zu belangen seien. Die Behörde will nun die Kontrollen und Vorbeugemaßnahmen verstärken, um Umweltvergehen im Vorfeld zu unterbinden.

Quelle: kna