Argentinien |

Umweltschützer heben Brückensperre auf

In den Streit um eine Papierfabrik zwischen Argentinien und Uruguay ist Bewegung gekommen. Argentinische Umweltschützer entschieden jetzt, ihre Blockade einer Brücke zum Nachbarland ab dem Wochenende für 60 Tage aufzuheben. Im gleichen Zeitraum wollen sich Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner und Uruguays Staatschef Jose Mujuca auf eine gemeinsame Umweltkontrolle der umstrittenen Fabrik einigen. Mujica begrüßte den nun getroffenen Beschluss der Umweltschützer, die die Brücke seit 2006 blockiert hatten. Er öffne Türen für eine Lösung des Konflikts.

Der Streit zwischen den beiden Ländern um die skandinavische Zellstofffabrik Botnia (heute UPM) begann vor fünf Jahren. Der damalige Präsident Uruguays Tabare Vazquez erlaubte den Bau der Fabrik am Grenzfluss zu Argentinien. Dortige Bewohner und Umweltschützer protestierten gegen die Entscheidung und verlangten eine Verlegung der Fabrik. Auch der damalige argentinische Präsident Nestor Kirchner zeigte sich unglücklich über den geplanten Neubau.

Hintergrund der Verstimmungen ist eine Vereinbarung von 1975 zwischen beiden Ländern, sich über Veränderungen am Grenzfluss gegenseitig zu informieren und zu konsultieren. 2007 reichte Argentinien Klage beim internationalen Gerichtshof in Den Haag ein. Dieser entschied im April 2010, dass Uruguay nicht gegen Umweltbestimmungen verstoßen, aber das Abkommen mit seinem Nachbarland verletzt habe. Die Papierfabrik dürfe trotzdem bleiben.

Kirchner und Mujica kündigten anschließend Gespräche an, um den jahrelangen Streit beizulegen. Die Umweltschützer blockierten die Verbindungsstrecke zwischen beiden Ländern jedoch weiterhin, was auch zu Auseinandersetzungen mit der argentinischen Regierung führte.

Quelle: kna