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Umstritten: Silber-Mine Cascabel soll 2020 starten

Das Bergbauprojekt Cascabel im Norden Ecuadors weckt bei der Regierung große Hoffnungen. Auch die Vorkommen an Gold und Kupfer sind üppig.

Lateinamerika Peru Bergbau Mine Yanacocha Adveniat

Die Yanacocha-Mine in Peru ist die größte auf dem amerikanischen Kontinent. Foto (Symbolbild): Adveniat/Achim Pohl

Ecuadors Regierung setzt große Hoffnungen in das Bergbauprojekt Cascabel. Eine Auswertung hat nun ergeben, wie umfangreich die Vorkommen genau sind. Hier lagern die größten bislang bekannten unterirdischen Silber-Reserven der Welt. Die Vorkommen an Gold und Kupfer sollen weltweit die drittgrößten bzw. sechstgrößten sein. Die Region des sogenannten andinen Kupfergürtels (Cinturón de Cobre Andino) ist bekannt für ihre reichen Ressourcen.

Das australische Unternehmen SolGold, das die Konzession erhalten hat, spricht von einem Zeitraum von 49 bis 66 Jahren, während dessen sich die Metalle abbauen ließen. Deren Gesamtmenge wird auf 2,4 Milliarden Tonnen geschätzt. In den ersten 25 Jahren sollen im Schnitt jährlich folgende Mengen gefördert werden: 207.000 Tonnen Kupfer, 438.000 Unzen Gold und 1,4 Millionen Unzen Silber - so Ecuadors Energieministerium in einem Kommuniqué.

Verfassungsgericht kann noch eingreifen

Bislang hat das Projekt Cascabel 500 Arbeitsplätze direkt geschaffen. Ecuadors Energieminister Carlos Pérez verspricht sich neben Beschäftigung hohe Steuereinnahmen, aber auch soziale Ausgleichszahlungen. Die Förderung soll 2020 aufgenommen werden. Ecuadors Verfassungsgericht muss aber noch über die Forderung von Bergbaugegnern entscheiden, in vier betroffenen Gemeinden eine Volksbefragung abzuhalten. Bei einer Anhörung Anfang Juni konnten sich die Bürger mit Argumenten für und gegen das Bergbauprojekt vertraut machen. Rund 50 Referenten aus verschiedenen Bereichen kamen zu Wort.  

Präsident Moreno setzt Richter unter Druck

Ecuadors Präsident Lenín Moreno hat das Verfassungsgericht vor den Konsequenzen gewarnt, sollte eine Befragung in Bergbaugebieten zugelassen werden, für die ausländische Unternehmen bereits rechtmäßig über Lizenzen verfügten. Auch in Ecuador wächst der Widerstand gegen den Bergbau. 2018 gaben zwei wegweisende Gerichtsurteile betroffenen Gemeinden Recht, die Ecuadors Regierung vorwarfen, bei Projekten nicht konsultiert worden zu sein. Bergbauunternehmen müssen mit Verzögerungen und Suspendierungen von Projekten rechnen. Laut Ecuadors Verfassung hat der Staat aber das Recht, Bodenschätze zu fördern, egal auf wessen Gebiet diese lagern. Zugleich gibt es, zumindest formal, strenge Umweltschutzauflagen. (bs)

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