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Umsatz für fair gehandelte Produkte gestiegen

Auch im sechsten Jahr in Folge ist der Umsatz mit fair gehandelten Produkten in Deutschland gestiegen. Deutsche Verbraucher hätten 2009 Fairtrade-Produkte im Wert von 267 Millionen Euro gekauft, teilte der Verein TransFair am Dienstag in Bonn mit. Das ist ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dabei bleibt Kaffee das wichtigste Fairhandels-Produkt, gefolgt von Blumen, Fruchtsaft und Textilien aus Baumwolle. TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath führte das Absatzplus auf die gestiegene Verbrauchernachfrage, aber auch auf größere Produktvielfalt, mehr Lizenzpartner, ein größeres Engagement des Handels sowie die gestiegene Anzahl der Einkaufsorte zurück.
Im einzelnen wurden 2009 rund 5.620 Tonnen fair gehandelter Kaffee (plus 13 Prozent) und 67 Millionen Schnittblumen (plus 40 Prozent) verkauft. Beim Fruchtsaft erzielte der faire Handel ein Plus von 32 Prozent auf knapp 6 Millionen Liter. Bei Fairtrade-Bananen sank der Absatz dagegen um 19 Prozent auf 9.500 Tonnen.
2009 wurden außerdem ohne Kinderarbeit hergestellte Teppiche mit dem "RugMark-" bzw. "GoodWeave"-Siegel im Wert von 6,2 Millionen Euro nach Deutschland importiert, der überwiegende Teil aus Indien. Der Rückgang um 13 Prozent spiegele den allgemeinen Trend bei Teppichimporten nach Deutschland wider, teilte TransFair mit.
Der 1992 gegründete Verein TransFair handelt nicht selbst mit Waren, sondern vergibt ein Siegel für fair gehandelte Produkte. Die Organisation wird von 36 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Entwicklungshilfe, Kirche, Umwelt, Sozialarbeit, Verbraucherschutz, Genossenschaftswesen und Bildung getragen. Darunter sind auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Welthungerhilfe und die kirchlichen Hilfswerke Misereor und Brot für die Welt. Derzeit bieten in Deutschland 150 Lizenznehmer rund 1.000 Produkte an.
Overath verwies darauf, dass vom fairen Handel über 800 Produzenten-Organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika profitieren. Sie hätten allein über den deutschen Markt mehr als 36 Millionen Euro Direkteinnahmen erhalten. Der faire Handel garantiert Bauern in Afrika, Lateinamerika und Asien stabile Preise, Mindestlöhne und gute Arbeitsbedingungen. Ein Teil der Einnahmen wird in medizinische Versorgung, Bildung und soziale Einrichtungen investiert.

Quelle: kna