Brasilien |

überschwemmungen: 150.000 Menschen obdachlos

Brasiliens Bischofskonferenz hat eine landesweite Kampagne zur Unterstützung der Opfer der schweren Überschwemmungen im Nordosten des Landes gestartet. Die Kampagne "SOS Pernambuco und Alagoas" soll den Opfern in den beiden am schlimmsten betroffenen Bundesländern helfen. Die außergewöhnlich schweren Regenfälle haben bereits 45 Menschen das Leben gekostet, gut 600 gelten als vermisst. Mehr als 150.000 Menschen sind obdachlos. Neben Geldspenden rufen Vertreter der katholischen Kirche auch zu Sachspenden auf, wie die Internetseite der Bischofskonferenz am Donnerstag berichtete.

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Auch die Caritas in Brasiliens größtem Bundesstaat Sao Paulo ruft unter dem Motto "SOS Nordosten" zu Spenden für die Betroffenen auf. Derweil haben Gemeinden im Nordosten selber auch zu Sachspenden aufgerufen. Allein in der Stadt Campina Grande im Hinterland des Bundeslandes Paraiba will man 15 Tonnen Lebensmittel und Kleidung für die betroffenen Nachbarn Pernambuco und Alagoas sammeln.

"Was ich hier gesehen habe ist ein Kriegsszenario", so der Sprecher der Diözese Maceio im Bundesstaat Alagoas, Padre Eduardo Tadeu. In vielen Städten seien ganze Straßenzüge zerstört und Häuser von den Fluten weggerissen worden. Verteidigungsminister Nelson Jobim verglich die Situation mit der in den Erdbebengebieten in Haiti. Er kündigte an, Soldaten zur Unterstützung der Rettungs- und Aufräumarbeiten abzustellen.

Brasilianische Medien berichten, dass die Katastrophe durch Versäumnisse der Regierung mitverschuldet sei. So habe die Bundesregierung in Brasilia in den vergangenen Jahren lediglich gut 10 Prozent der für die Region vorgesehenen Finanzmittel für den Katastrophenschutz bereitsgestellt. In der Region ist es in den vergangenen Jahren wiederholt zu ungewöhnlich heftigen Regenfällen gekommen; gut ein Drittel der nun betroffenen Städte wurde in den vergangenen sieben Jahren bereits mindestens einmal von einer vergleichbaren Katastrophe heimgesucht.

Quelle: kna