Mexiko |

Überfall auf Migrantenzug

Die Ombudsstelle des südmexikanischen Bundesstaates Oaxaca hat Untersuchungen wegen eines massiven Überfalls auf Migranten am vergangenen 2. Dezember veranlasst. Laut lokalen Presseberichten wurden rund 300 Migranten, die am frühen Morgen auf einem Güterzug Richtung Norden unterwegs waren, von einer bewaffneten Gruppe überfallen. Die Migranten seien auf dem Streckenabschnitt Corazones-Chahuites gezwungen worden, von den Waggons des auch "die Bestie" (la bestia) genannten Zuges herunterzuklettern; man habe sie geschlagen, mit Macheten und Gewehren bedroht und ausgeraubt.

Die Ombudsstelle forderte die Spezialstaatsanwaltschaft für Migration auf, Untersuchungen einzuleiten. Das Innenministerium des Bundesstaates Oaxaca solle zudem entsprechende Maßnahmen ergreifen, um den betreffenden Eisenbahnabschnitt sowie auch die Station Uvero in der Stadt Ixtepec mit Beamten zu sichern.

IX. Karawane der Mütter aus Zentralamerika unterwegs

Jährlich gelangen rund 500.000 Menschen, vor allem aus Zentral- und Südamerika, die in die USA migrieren wollen, ohne gültige Papiere über die mexikanische Südgrenze. Von dort müssen sie weitere 5.000 Kilometer durch Mexiko Richtung Norden überwinden. Diese Strecken legen viele Transit-Migranten als "Tramps" auf Güterzügen zurück. Dabei werden sie immer wieder Opfer von Entführung, Erpressung, Vergewaltigung oder Mord. Angehörige und vor allem Mütter von vermissten Migranten haben immer mit Menschenrechtskarawanen auf das Schicksal von undokumentierten Migranten aufmerksam gemacht.

So begann etwa am Montag dieser Woche die Neunte Karawane zentralamerikanischer Mütter auf der Suche nach ihren Angehörigen. Die 45 Mütter aus Nicaragua, El Salvador, Honduras und Guatemala reisten am Grenzübergang El Ceibo, an der mexikanischen Grenze zu Guatemala, nach Mexiko ein. Sie werden während ihrer Aktion in 16 Tagen die 4.000 Kilometer der pazifischen Flüchtlingsroute (ruta del Pacífico) zurücklegen. (bh)