|

Über 90 Prozent der Feminizide bleiben straffrei

Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Cladem werde sexualisierte Gewalt gegen Frauen in Mexiko und Lateinamerika gedeckt und Straffreiheit im Justizsystem. 92 Prozent der Morde aufgrund sexualisierter Gewalt blieben straffrei,erklärte Elba Beatriz Núñez, Koordinatorin für Lateinamerika und Karibik bei Cladem.

Nach Angaben der Organisation werden in der Region täglich 500 sexuell motivierte Angriffe verübt. Sieben von zehn Frauen haben schon einmal eine Gewalterfahrung gemacht. Die systematische sexualisierte Gewalt gegen Frauen in den Ländern liege zwischen 17 und 53 Prozent. Feminizide ereigneten sich in der ganzen Region, besonders häufig jedoch in Mittelamerika. Cladem habe deshalb die Staaten aufgefordert, Menschenrechtsverteidiger zu schützen, die häufig systematisch umgebracht würden, so Cladem.

Zu wenig Mittel für Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt

In der Region müsse in punkto Bildung, Gesundheit, Zugang zur Justiz, Mutterschaft, Arbeit und dem Kampf gegen die Armut auch viel Arbeit zur Prävention von sexualisierter Gewalt geleistet werden. Die Regierungen würden jedoch weder die notwendigen Mittel aus dem Haushalt bereitstellen noch dringend notwendige politische Maßnahmen umsetzen, um sexualisierte Gewalt und schlechtere Lebensbedinungen für Frauen zu bekämpfen, obwohl teilweise recht fortschrittliche Gesetze erlassen worden seien.

So hat Bolivien dieses Jahr zum Beispiel kurz nach dem Weltfrauentag ein Gesetz zum Schutz der Rechte der Frauen verabschiedet. Mord an Frauen aufgrund ihres Geschlechts gilt seither als neuer Straftatbestand mit einer Mindesthaftstrafe von 30 Jahren ohne Recht auf Bewährung. Zudem soll eine Spezialeinheit der Polizei zur strafrechtlichen Verfolgung gegründet werden. In Mexiko seien hingegen noch immer die Auflagen des Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshofes von 2009 wegen der Feminizide in den Baumwollfeldern nicht umgesetzt worden, erinnert die Organisation.

(bh)