Guatemala |

Über 300 junge Menschen verlassen jeden Tag das Land

Immer mehr junge Guatemalteken verlassen ihr Land in der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen an einem anderen Ort. Einer UNICEF-Studie aus dem Jahr 2011 zufolge waren es 2010 etwa 14 Menschen pro Stunde, also rund 330 jeden Tag. Aus Umfragen ist bekannt, dass vor allem Männer im Alter unter 30 Jahren die Entscheidung treffen, ihr Glück im Ausland zu suchen. Sie nehmen hierfür hohe Kosten und eine beschwerliche, sowie häufig gefährliche Reise auf sich. Viele der Guatemalteken schicken aus ihrem neuen Land Geld an die Familie, die zurückblieb. Sechs von zehn dieser Emigranten sind Männer unter 30 Jahren.

USA setzen Guatemalteken vor die Tür

Ein Bericht der Ombudsstelle für Menschenrechte in Guatemala von Anfang 2012 prangert die Maßnahmen an, mit denen die USA Neuankömmlinge fernhalten. Allein 2011 seien 30.855 Guatemalteken, darunter 513 Minderjährige, mit dem Flugzeug wieder außer Landes gebracht worden – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 6 Prozent. Auf dem Landweg über Mexiko wurden weitere 30.700 Guatemalteken verwiesen.

In Guatemala nur gut jeder Dritte Arbeitende formal beschäftigt

90,5 Prozent der Menschen, die Guatemala verlassen, tun dies der UNICEF-Studie zufolge aus wirtschaftlichen Motiven. 1,6 Prozent der Befragten gaben an, Geld für eine Wohnung zu sparen oder nachhause zu schicken. Die Ombudsstelle für Menschenrechte beziffert den Anteil der arbeitenden Bevölkerung, die in Armut lebt, mit 53,7 Prozent, 13,3 Prozent leiden unter extremer Armut. Von den Guatemalteken, die einer Arbeit nachgehen, sind lediglich 36,2 Prozent formal beschäftigt. (bs)

Quelle: Adital