Mexiko |

"Truppenreserve" mit Migranten

Der wegen seines Einsatzes für die Rechte von Migranten in Mexiko bekannte katholische Geistliche Alejandro Solalinde hat das mexikanische Drogenkartell "Los Zetas" beschuldigt, gezielt Einwanderer aus anderen lateinamerikanischen Ländern für den Aufbau einer "Truppenreserve" zu entführen. Die Migranten würden erpresst und zu dem Dienst für das größte und einflussreichste Kartell Mexikos gezwungen, sagte Solalinda dem Internetportal des Medienhauses "Proceso". Der katholische Geistliche, der in Ixtepec im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca das Flüchtlingsheim “Hermanos en el camino” leitet, hatte zuletzt immer wieder auf die dramatische Situation der lateinamerikanischen Migranten in Mexiko hingewiesen, die sich beim Versuch über Mexiko in die USA einzureisen, illegal in Mexiko aufhalten.

"Zuerst werden die Migranten angegriffen und entführt. Danach zwingen sie die Auftragsmörder der Mafia für das Kartell zu arbeiten. Tun sie das nicht oder fliehen sie, werden sie umgebracht", so Solalinda. Ihm liegen Berichte vor, das jugendliche Migranten zur Teilnahme an einem Massaker in Guatemala gezwungen worden seien. Die Mafia versuche mit der Zwangsrekrutierung der Migranten die Zahl ihre eigenen Kräfte weiter auszubauen. (TK)