Brasilien |

"€žTropa da Elite 2"€? mit sensationellem Startwochenende

Mit einem historischen Rekord von nahezu 1,3 Millionen Zuschauern ist der zweite Teil von „Tropa de Elite“ am Wochenende in Brasiliens Kinos gestartet. In der Fortsetzung des Erfolgsfilms von 2007 kämpfen Polizist Nascimento, der Held des Dramas, und seine Leute von der BOPE-Spezialtruppe zwar weiterhin gegen Drogenbanden in den Favelas. Aber die großen Gangster sind dieses Mal die korrupten Politiker Rio de Janeiros.

„Tropa de Elite 2“ hat damit das erfolgreichste Startwochenende einer nationalen Produktion in Brasiliens Kinogeschichte hingelegt. Erfolgreicher starteten bisher lediglich drei Hollywood-Produktionen: „Spiderman 3“ (1,7 Millionen Besucher), „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“ (1,4 Millionen) und „Spiderman 2“ (1,36 Millionen).

Teil 2, der 13 Jahren nach dem ersten Teil spielt, trägt den Untertitel „O Inimigo Agora é Outro - Der Feind ist dieses Mal ein anderer“. Anders als in Teil 1, in dem es hauptsächlich um den Kampf zwischen den BOPE-Polizisten und Drogenbanden ging, wird nun die Korruption innerhalb der Politikerkaste Rio de Janeiros und der Kampf gegen illegale Milizen thematisiert. Die hauptsächlich von ehemaligen Polizisten gebildeten Milizen kämpfen mit den Drogenbanden um die besten Drogenverkaufspunkte innerhalb der Favelas.

Der erste Teil war 2007 wegen seiner expliziten Gewaltdarstellung in die Kritik geraten. Teile der Medien nannten das Werk „faschistisch“. Besonders die Szenen, in denen Jugendliche Drogenkuriere von der Polizei gefoltert werden, stießen auf Kritik. Trotzdem war der Film ein großer nationaler und internationaler Erfolg und wurde 2008 in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Etwa 2,5 Millionen Zuschauer lockte der Film damals ins Kino. Der zweite Teil hat diese Marke schon nach 5 Tagen erreicht. Allerdings war der erste Teil bereits vor seinem Kinostart als DVD-Raubkopie verbreitet worden. Nach Schätzungen des Filmverleihs sahen 12 Millionen Brasilianer den Film auf illegal gebrannten DVDs. Damit sich dies nun mit der Fortsetzung nicht wiederholt, wurden keine digitalen Kopien an die Kinos verschickt. Alle 600 Kopien wurden auf Zelluloid überspielt. (tm)