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Trockenheit führt zu Rekord bei Buschbränden

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit in Zentralbrasilien hat im August zu mehr als 4.300 Buschbränden geführt. Immer noch bekämpfen Einsatztrupps der Feuerwehr Buschfeuer in 13 Naturschutzgebieten. Währenddessen gab das Umweltministerium in Brasilia bekannt, dass der Nationalpark "Parque Nacional das Emas" im Bundesstaat Goias innerhalb von zwei Wochen zu 90 Prozent abgebrannt sei. Positive Nachrichten gab es aber auch: so sei die Abholzung in der Amazonasregion nach vorläufigen Angaben auf ein Rekordtief gesunken.

Noch untersucht die Polizei die Ursachen für das Feuer im Emas-Nationalpark. Dabei scheint Brandstiftung die wahrscheinlichste Ursache zu sein. Den Verantwortlichen drohen Haftstrafen von bis zu 4 Jahren und Bußgelder von bis zu 50 Millionen Reais, so das Umweltministerium. Es werde Jahre dauern bis sich die Vegetation wieder erholt habe.

Satellitenbilder des Umweltministeriums haben ergeben, dass 13 Prozent aller Buschfeuer in Umweltschutzgebieten registriert wurden, ebensoviele in Reservaten indigener Völker. 67 Prozent aller Feuer fielen auf privaten Landbesitz. Das Ministerium geht davon aus, dass die Mehrzahl der Brände bewusst gelegt wurde. So seien zum Beispiel die Brände im Araguaia-Nationalpark im Bundesstaat Tocantins sowohl auf das traditionelle Abbrenner der Felder der Indigenen sowie illegaler Plantagen „weißer“ Bauern zurückzuführen. Der Nationalpark hatte in den letzten Wochen eine Rekordzahl an Buschbränden aufgewiesen.

Seit Januar diesen Jahres wurden in ganz Brasilien etwa 40,000 Buschbrände registriert; im ganzen Jahr 2009 waren es dagegen lediglich 17.000. Anders als in vorhergegangenen Jahren hätten die Buschbrände diesen Jahres jedoch keine größeren Waldflächen zerstört, sondern sich auf den Cerrado beschränkt. Der Cerrado ist ein Savannen ähnliches Biom das ganz Zentralbrasilien umfasst. Die Buschbrände konzentrieren sich auf die Bundesländer Mato Grosso, Para, Tocantins, Maranhao und Rondonia. Bisher sollen gut 30 Millionen Reais für die Brandbekämpfung aufgewendet worden sein.
Derweil vermeldete das Umweltministerium erste Schätzungen zur Abholzung im Amazonasregenwald. Gegenüber der Erhebungsperiode von August 2008 bis Juli 2009, in der 4,375 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt worden waren, sei die Abholzung um 47,5% auf nun 2,296 Quadratkilometer (August 2009 bis Juli 2010) zurück gegangen. Sollten sich die Zahlen bestätigen, wäre dies ein neuer historischer Tiefststand. Im Vergleichszeitraum 2004 / 2005 waren so noch 12,310 Quadratkilometer abgeholzt worden.

Allerdings stammen diese ersten Daten von Satellitenbildern mit geringer Auflösung, auf denen kleinflächige Abholzungen nicht zu erkennen seien. In den letzten Jahren hätten Landwirte deshalb bewusst vermieden, große Flächen abzuholzen und statt dessen mehrere kleine Flächen abgeholzt.

Autor: Thomas Milz