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Triqui-Ind?­gena ermordet

Der Machtkampf zwischen rivalisierenden Indigenen-Organisationen im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca hat ein weiteres Opfer gefordert. Wie die Tageszeitung La Jornada am Sonnabend berichtete, war Julían Ramírez, Lehrer und Aktivist der »Einheitsbewegung für den Triqui-Kampf« (MULT), auf dem Weg in die Gemeinde Putla de Guerrero, als Unbekannte ihn am Freitag früh in einen Hinterhalt lockten und mit mehreren Schüssen töteten. Aufgrund der unsicheren Situation in dem Gebiet hat die Bundespolizei den Tatort bisher nicht aufgesucht, so lokale Medien. Damit wurden in diesem Jahr bereits sechst MULT-Mitglieder ermordet.

Die seit Jahren herrschende politische Gewalt zwischen staatlichen Institutionen und autonomen Gruppen der anti-staatlichen Zapatisten-Rebellen in der indigenen Region Triqui in der Mixteca von Oaxaca ist im Dezember 2009 eskaliert. Paramilitärische UBISORT-Gruppen und MULT hatten damit begonnen, die »autonome Organisation« MULT-I anzugreifen, die sich in der Folge des Zapatisten-Aufstandes von 2006 gebildet hatte. Am 1. Januar 2007 hatte die MULT-I das Dorf San Juan Copala zum »autonomen Bezirk« erklärt.

Nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen werfen MULT seit der Abspaltung von MULT-I die Zusammenarbeit mit Paramilitärs vor, die in dem südmexikanischen Bundesstaat gewaltsam gegen Mitglieder der Zapatisten-Rebellen vorgehen. (bb)