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Treffen Santos-Chavez soll Krise beenden

In einem kurzfristig angesetzten Treffen zwischen Kolumbiens neuem Staatspräsidenten Juan Manuel Santos und Venezuelas Staatschef Hugo Chávez soll heute in der kolumbianischen Küstenstadt Santa Marta die diplomatische Krise zwischen den beiden Nachbarstaaten beendet werden.

"Freie und direkte Gespräche" wolle Santos mit Venezuela führen und so den in den vergangenen Monaten erneut eskalierten Konflikt mit dem venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez entschärfen, hatte das neue kolumbianische Staatsoberhaupt am Wochenende während seiner Vereidigung angekündigt. "Ich stehe bereit, um ein völlig neues Kapitel aufzuschlagen", entgegnete Chávez nach Wochen der verbalen Auseinandersetzungen, die er sich mit Santos-Vorgänger Alvaro Uribe lieferte.

Die Krise zwischen beiden Ländern war ausgebrochen, nachdem Kolumbiens Ex-Präsident Alvaro Uribe in den letzten Tagen seiner Amts dem Nachbarland vorgeworfen hatte, Einheiten international als Terror-Organisation eingestuften Rebellenorganisation Farc in Venezuela zu dulden und Dokumente vorlegte, die diese Behauptung stützen sollte.

Chávez bezeichnete die Dokumente als Fälschungen und lehnte eine von Kolumbien geforderte unabhängige internationale Untersuchungskommission ab. Zudem brach Venezuela alle diplomatischen Beziehungen mit Kolumbien ab.

Santos erklärte zudem ein Dialog mit der Guerilla-Organisation Farc sei nur möglich, wenn diese einen öffentlichen Verzicht Waffen, Entführungen, Erpressung, Drogenhandel und Einschüchterung erkläre.

Oppositionspolitikerin Piedad Cordoba legte unterdessen dem südamerikanischen Staatenbund UNASUR einen eigenen Friedensplan vor, der sich nicht nur auch die Farc sondern auch auf die ebenso brutal agierenden Paramilitärs bezieht.

Clara López, Vorsitzende der oppositionellen Partei Polo Democrático, kündigte für die nächsten Wochen Demonstrationen gegen Santos an, sollte die neue Regierung nicht die zugesagten Maßnahmen im Kampf gegen die Armut und für die Opfer des bewaffneten Konfliktes einleiten. (tk)