Haiti |

Tote und Verletzte durch Unwetter

Mindestens fünf Menschen sind gestern bei einem schweren Sturm in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince ums Leben gekommen, rund sechzig Menschen wurden verletzt. Wie die haitianische Zivilschutzbehörde meldete, zerstörten die starken Regenfälle und Windböen etwa 2000 Zelte von Erdbebenopfern. Auch in den benachbarten Regionen hinterließ der Sturm Verwüstungen. Durch das Unwetter wurden Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt und Strommasten umgerissen. Die Behörden rechneten mit weiteren Opfern.

Viele der erneut obdachlos gewordenen Menschen wurden nach Angaben des Zivilschutzes in Schulen und anderen Gebäuden untergebracht. Zwar ließen die Regengüsse nach, Meteorologen warnten aber vor erneuten schweren Stürmen in den kommenden Tagen.

Noch eine Million in Zeltlagern

Die UNO teilte am Wochenende mit, dass mindestens eine Million Haitianer immer noch in Zelt-Städten und Notunterkünften hausen. Nach dem Sturm seien mehr als 40 Teams von UN-Hilfsorganisationen und haitianischer Regierung dabei, die Schäden in der Hauptstadt-Region zu registrieren und Hilfe zu organisieren. Auch UN-Blauhelme leisteten medizinische Hilfe.

Aufbau von Gemeindezentren

Vertreter von Hilfsorganisationen und der katholischen Kirche hatten in der vergangenen Woche auf einer internationalen Konferenz in Miami den raschen Wiederaufbau von Kirchen und Gemeindezentren in Haiti beschlossen. Ein gemeinsamer Aktionsplan sehe unter anderem die Einrichtung eines Gremiums vor, das die dafür notwendigen technischen Standards sichere, sagte Adveniat-Geschäftsführer Bernd Klaschka am Wochenende der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zum Abschluss des fünftägigen Treffens.

Anlaufstelle für notleidende Bevölkerung

Klaschka verwies auf die Bedeutung von kirchlichen Gebäuden und Einrichtungen für die Haitianer. Diese seien vor allem nach der Katastrophe die wichtigsten Anlaufstellen für die notleidende Bevölkerung gewesen. Den Traumatisierten böten Gotteshäuser und Gemeindezentren Möglichkeiten, ihre seelischen Verletzungen zu heilen. Das gebe den Betroffenen zugleich Kraft, die Folgen der Katastrophe zu bewältigen.

Der Aufbauprozess sei zunächst auf drei Jahre angelegt, so Klaschka. Er sprach von Investitionen in mehrstelliger Millionenhöhe. Bei dem Treffen nahmen unter anderem Vertreter der Bischofskonferenzen aus Frankreich, Kolumbien, Kanada, El Salvador und der Dominikanischen Republik sowie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wie etwa der haitianischen Caritas teil.

Bei dem schweren Erdbeben am 12. Januar waren mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen. Weit über eine Million Menschen wurden obdachlos.

Quellen: alterpresse und kna