Haiti |

Tote bei Protesten gegen Regierung

Symbolfoto: Rara-Prozessionen in der Nähe von Gonaives, Haiti. Rara-Feste finden vor allem in der Zeit um Ostern statt und sind von Voddootraditionen geprägt. (Foto: Adveniat/Martin Steffen)

In Haiti sind bei landesweiten Protesten gegen Korruption und zu hohe Lebenshaltungskosten mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, seien bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei am Donnerstag, dem 7. Februar 2019, zudem 14 Polizisten verletzt worden, so ein Polizeisprecher. An den Demonstrationen haben sich Tausende Menschen beteiligt.

Die Proteste in den Städten Port-au-Prince, Delmas, Pétion-Ville und Mirebalais richten sich gegen die anhaltende Wirtschaftskrise und die Regierung von Präsident Jovenel Moise, der das ärmste Land in Lateinamerika und der Karibik seit zwei Jahren regiert und dessen Rücktritt gefordert wird. Seiner Administration der Partei Haitiano Tet Kale (PHTK) und Vorgängerregierungen wird zudem vorgeworfen, Hilfsgelder aus venezolanischen Öllieferungen im Rahmen des Petrocaribe-Programms zweckentfremdet zu haben. 

Die Demonstranten errichteten Medienberichten zufolge Straßensperren und zündeten Autoreifen und Autos in den wohlhabenderen Stadtteilen an. Auch versuchten Protestierende eine Tankstelle anzuzünden. Die Polizei setzte Tränengas ein. Zu den Protesten hatten die Opposition unter Führung von Jean-Charles Moïse, die Anti-Korruptionsbewegung “Grupo Petro Challenger” und soziale Bewegungen aufgerufen. Der Protesttag fällt auf den 33. Jahrestag des Sturzes von Diktator Francois Duvalier alias “Papa Doc”. (bb)

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