Guyana |

Tote bei Piratenangriffen auf Fischerboote

Mindestens fünf Menschen sind bei Angriffen von Piraten vor der Küste von Guyana und Suriname getötet worden, gab die Regierung von Guyana bekannt. Weitere acht Personen werden vermisst. Es werde befürchtet, dass sie tot sind, sagte Guyanas Präsident David Granger.

 

Die erste Attacke fand am 27. April 2018 statt. Vor der Küste des Nachbarstaats Suriname wurden vier Boote mit 20 Männern an Bord angegriffen und ausgeraubt. Die Leichen von drei Männern wurden gefunden, vier Personen konnten fliehen und sich schwimmend an die Küste retten, wie die Behörden von Suriname bekannt gaben. Die Überlebenden berichteten, dass die vermissten Personen mit Gewichten an den Füßen von Bord springen mussten. Präsident Granger bezeichnet den Vorfall als Massaker und eine große Tragödie. „Das ist ein großer Rückschritt bei der Bekämpfungen der Piraten“, sagte er. Im Vorfeld sei es gelungen, den Einfluss der Piraten in der Region erfolgreich einzuschränken. Der Großteil der überfallenen Fischer stammte aus Guyana. Die Täter sollen zwei guyanische Brüder sein, die eine Bande von neun bis elf Personen anführen. Medienberichten zufolge, könnte diese Tat ein Racheakt für die Tötung eines Piratenkapitäns vor mehreren Wochen gewesen sein.

 

Weiterer Toter bei zweiter Attacke

 

Suriname und Guyana arbeiten gemeinsam daran, die vermissten Personen zu finden. Jerry Slijngard, Leiter des Nationalen Koordinierungsbüros für Katastrophen in Suriname, hat die Hoffnung noch nicht aufgeben, die vermissten Personen zu finden: „Die Situation sieht düster aus, aber es besteht die Möglichkeit, dass einige Personen das Ufer erreicht haben und sich nun verstecken.“ Die Familien der Opfer würden staatliche Unterstützung erhalten, kündigte er an. Eine zweite Attacke fand am 2. Mai 2018 abermals vor der Küste Surinames statt. Der Kapitän des Boots wurde erschossen, der Rest der Mannschaft überlebte.

 

Piraterie ist seit langem ein großes Problem vor der Küste von Guyana und Suriname. Die Anzahl der Vorfälle konnte jedoch in den letzten Jahren verringert werden. (aw)

 

Quellen: TeleSur, BBC, UPI