Peru |

Tote bei Anti-Koka-Polizeieinsatz

Die Koka-Pflanze. (Foto: Escher/Adveniat)

In Peru sind bei einem Einsatz der Nationalpolizei in der Region Puno zwei Kokabauern ums Leben gekommen. Wie die Tageszeitung „El Comercio“ berichtet seien die zwei Männer am Freitag, den 12. April 2019 durch Schüsse der Antidrogen-Einheit getötet worden. Offiziellen Darstellungen zufolge seien die Soldaten bei der Zerstörung illegaler Koka-Pflanzungen von den Bauern mit Macheten und Steinen angegriffen worden.

Bei weiteren gewaltsamen Auseinandersetzungen im Distrikt San Gabán in der Provinz Carabaya seien fünf Menschen verletzt worden. „Zwischen 16 und 18 Uhr wurden Antidrogenpersonal und Polizeieinheiten von Koka-Bauern mit Macheten, Stöcken und Steinen angegriffen, drei Polizeibeamte und zwei Angestellte der Antidrogeneinheit wurden verletzt“, zitiert „El Comercio“ eine Pressemitteilung der Polizei. Wegen der Toten beim Anti-Drogeneinsatz muss Innenminister Carlos Morán am heutigen Montag vor dem Kongress Rede und Antwort stehen.

Aus Protest gegen die gewaltsame Durchführung des Koka-Vernichtungsprogramms „Eradicación 2019“ blockierten rund 500 Koka-Bauern die Verbindungsstraße „Interoceanica“ mit Erde und Steinen. Auch Brücken seien besetzt worden, infolge sei die Region Madre de Dios von der Außenwelt abgeschnitten. Die Bauern fordern den Abzug der Anti-Drogeneinheiten und Verhandlungen mit der Politik über Alternativen zum Koka-Anbau. Peru ist eines der Länder mit der weltweit größten Kokaproduktion, neben der legalen Verwendung dienen die Kokablätter zur Herstellung von Kokain. (bb) 

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