Brasilien |

Tod durch Folter

Militärpolizisten sollen zwei Männer in São Paolo zu Tode gefoltert haben. Die Menschenrechtsorganisation ACAT (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) berichtet, dass Eduardo Pinheiro dos Santos am 9. April 2010 auf Grund eines Fahrraddiebstahls von zwölf Militärpolizisten aufgesucht und zu Tode gefoltert wurde. Alexandre Menezes dos Santos soll von einer zweiten Gruppe auf dem Weg zu seiner Wohnung verfolgt worden sein und starb dort nach den Informationen von ACAT an den Folgen von Verletzungen durch die Beamten. Die verantwortlichen Sicherheitskräfte sollen bisher nicht für das Verbrechen belangt worden sein. Laut ACAT sind Folterungen insbesondere von Afro-Brasilianern keine Seltenheit. Beide Opfer seien dunkelhäutig gewesen. Es gäbe oft keine strafrechtliche Verfolgung, da die Polizisten ihre Straftaten als Selbstverteidigung protokollierten.

ACAT ruft zu einer Briefaktion auf, bei der sowohl der Minister für Innere Sicherheit des brasilianischen Bundesstaates São Paulo als auch die brasilianische Botschaft in Berlin auf die Vorfälle aufmerksam gemacht werden sollen.

ACAT (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) ist eine internationale, christliche Menschenrechtsorganisation. Christen verschiedener Konfessionen engagieren sich gemeinsam für die Abschaffung der Folter. ACAT ist ein Projektpartner des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat.