Bolivien |

Tochterfirma von spanischem Stromkonzern verstaatlicht

Boliviens Präsident Evo Morales hat gestern per Dekret die Verstaatlichung des Stromversorgers Red Eléctrica Internacional verfügt. Dabei handelt es sich um eine Tochterfirma des spanischen Konzerns Red Electrica de España (REE). Bei einer Feier anlässlich des 1. Mai vor Gewerkschaftern im Regierungspalast Quemado in der bolivianischen Hauptstadt La Paz erklärte der Präsident, dieser Schritt stelle keinen Angriff auf Spanien dar, sondern sei ein logischer Schritt im Sinne der bolivianischen Verfassung, wie die Nachrichtenagentur TeleSur berichtet. Nach Angaben der spanischen Tageszeitung „El País“ sei die spanische Regierung erst drei Stunden vor der Verstaatlichung von diesem Schritt in Kenntnis gesetzt worden.

Morales wies am gestrigen Dienstag die bolivianische Armee an, die Kontrolle über die Anlagen zu übernehmen. Die Aktien des enteigneten Konzerns sollen vom staatlichen Stromversorger Empresa Nacional de Electricidad (Ende) übernommen werden. Red Eléctrica Internacional betreibt 74 Prozent des bolivianischen Energienetzes. Das Unternehmen war 1997 für 40 Mio. US-Dollar privatisiert worden.

Der Präsident begründete diesen Schritt mit der Umsetzung von Forderungen der Arbeiter und des bolivianischen Volkes, welche „für die Wiedererlangung der Kontrolle über die natürlichen Ressourcen und die Serviceleistungen der Grundversorgung“ mit Wasser, Strom u.a. gekämpft hätten. (bh)