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Themenheft für Schulen prangert Arbeitsbedingungen in Kühlhäusern an

Ein neues Heft für brasilianische Schulen und andere Bildungseinrichtungen zeigt die harten Arbeitsbedingungen in den Kühlhäusern für Fleisch auf. Herausgeber ist das 2004 gegründete Programm „Escravo, nem pensar!“ („Sklave, auf keinen Fall!“) , das von der Nichtregierungsorganisation Repórter Brasil koordiniert wird.

Die didaktische Veröffentlichung richtet den Fokus auf die Tatsache, dass Brasilien als größter Fleischerzeuger der Welt in den Kühlhäusern des Landes unhaltbare Arbeitsbedingungen zulässt. Zeugenaussagen von Beschäftigten schildern, unter welchen Umständen sie Rinder, Schweine und Geflügel schlachten müssen. Im Jahr 2011 exportierten die brasilianischen Kühlhäuser Fleisch im Wert von umgerechnet 15,6 Milliarden Dollar.

Die großen Gewinne des Sektors gehen einher mit großen Risiken für die körperliche und psychische Gesundheit der Beschäftigten. Zu langen, harten Arbeitstagen und einem ununterbrochenen Produktionsrhythmus kommen psychischer Druck und sehr niedrige Temperaturen. Dies sei Alltag in vielen Kühlhäusern Brasiliens.

Mit der Thematik beschäftigte sich auch der Dokumentarfilm “Carne, Osso” (“Fleisch, Knochen”), der mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem 2011 auf dem Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm. Informationen zu Arbeitsunfällen, Krankheiten und anderen Problemen in der brasilianischen Fleischindustrie liefert die Website http://moendogente.org.br. „Moendo Gente“ bringt es auf den Punkt: „Menschen auspressen“. (bs)

Quelle: http://www.adital.com.br/