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Teurer Hunger

Laut einer Studie der britischen NGO Action Aid kostet der weltweite Hunger die Entwicklungsländer jährlich rund 350 Milliarden Euro. Diese Summe übersteige die Kosten für die in den Millenniumsentwicklungszielen (MDG) angepeilten Halbierung der Armut bis 2015 »um das Zehnfache«, so die Mitte der Woche vorgestellte Studie.

»Den Hunger direkt kämpfen wäre zehn Mal billiger, als ihn zu ignorieren«, erklärte Joanna Kerr, Direktorin von Action Aid. »Jedes Jahr weniger Produktivität der Arbeiter, schlechte Gesundheit und Bildung verursachen für die armen Länder Kosten in Millionenhöhe«, so der Bericht anlässlich der Welthungerkonferenz der Vereinten Nationen vom 20. ­ 22. September in New York, bei der die Staatengemeinschaft über die Erreichung der MDG diskutiert.

Die Kosten des Hungers sind nicht nur ökonomisch. »Wenn die Regierungen nicht handeln, könnte mehr als eine Million Kinder bis 2015 sterben, die Hälfte Afrikas hätte die kommenden zehn Jahren nicht genug Nahrung«, warnt Kerr und macht auf die »steigenden Kosten« für Lebensmittel auf den »instabilen Nahrungsmittelmärkten« aufmerksam. Dass der Hunger erfolgreich bekämpft werden kann zeige das Beispiel Brasilien. Investitionen in kleine landwirtschaftliche Betriebe und die Einführung von Sozialprogrammen habe den Hunger wie in keinem anderen Land der Welt reduziert. (bb)