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Tausende Lateinamerikaner tanzen gegen Gewalt

Tausende Lateinamerikaner haben am Valentinstag tanzend gegen Gewalt an Frauen und für mehr Achtung des weiblichen Geschlechts protestiert. Männer und Frauen fanden sich an zahlreichen öffentlichen Plätzen auf dem ganzen Kontinent ein, um an der globalen Kampagne „One Billion Rising- Un Billón a Pie“ teilzunehmen“. Die Gründer dieser Kampagne riefen die Menschen weltweit dazu auf, am 14. Februar die gleiche Choreographie zu dem Lied „Break the chaines-Rompiendo cadenas" zu tanzen. Alleine in Mexiko gab es Aktionen an mehr als 50 Orten und in nahezu jeder größeren Stadt auf dem ganzen Kontinent konnte man tanzende Menschen beobachten. Weltweit nahmen ca. 200 Länder an der Aktion teil.

Die Kampagne wurde von der US-Amerikanerin Eve Ensler ins Leben gerufen. Die Informationen dazu, das Lied sowie die Choreographie wurden per facebook, twitter und youtube auf der ganzen Welt verbreitet. Ensler erhoffe sich davon, die Aufmerksamkeit auf die Gewalt an Frauen zu lenken und dass diese endlich den Status des Normalen verliert, sagte die 59-Jährige kürzlich in einem Zeitungsinterview. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass global betrachtet jede dritte Frau irgendwann in ihrem Leben Gewalt erfährt-das entspricht einer Milliarde Menschen.

Gewalt an Frauen ist in Lateinamerika an der Tagesordnung

Auch in Lateinamerika sind Übergriffe auf Frauen an der Tagesordnung. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Morde in der nordmexikanischen Stadt Ciudad Juarez. Dort wurden seit den 1990er Jahren mehr als 300 Frauen getötet, ohne dass für die Taten jemand zur Rechenschaft gezogen wurde. Zwar ist der Fall Ciudad Juarez besonders drastisch steht jedoch nicht allein da. Auch in anderen lateinamerikanischen Staaten ist die Zahl der Femizide erschreckend hoch. Vor allem die Länder Zentralamerikas sind mit um 500 Morden an Frauen pro Jahr besonders betroffen. In Südamerika weist Bolivien auffallende Statistiken auf.

Außerdem ist die häusliche Gewalt ein Bestandteil des Alltags vieler Frauen und Mädchen. In vielen Ländern der Region spielt der Machismo nach wie vor eine große Rolle. Soziale Strukturen sind immer noch patriarchalisch geprägt. Frauen haben sich häufig unterzuordnen und gelten als minderwertig. Dies erklärt nach Angaben von Experten auch, warum die Gewalttaten an Frauen als etwas Normales gelten und häufig nicht bestraft werden.

Homepage der Kampagne