Chile |

Täter im Fall Daniel Zamuido verurteilt

Ein chilenisches Gericht hat die vier Täter im Fall Daniel Zamuido zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die Angeklagten wurden bereits vor zwei Wochen des Mordes für schuldig befunden. Sie hatten im März 2012 Daniel Zamuido in einem Park in Santiago de Chile aufgrund seiner Homosexualität brutal zusammengeschlagen. Zamuido erlag nach drei Wochen im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Hauptverdächtige in dem Fall, Patricio Ahumada Garay, wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Die beiden Mittäter Alejando Angulo Tapia und Raúl López Fuentes erhielten jeweils eine Strafe von 15 Jahren. Der vierte Täter, Fabián Moram Mora, muss sieben Jahre ins Gefängnis.

Die Angehörigen des Opfers erhoben sich klatschend, als der Richter das Urteil verlas. Auch der chilenische Präsident Sebastian Piñera sagte im Anschluss an das Urteil, dass nach einem langen Prozess nun endlich Gerechtigkeit geübt worden sei. Die vier Täter sind die ersten, die nach dem Anti-Diskriminierungsgesetz verurteilt wurden. Das zuvor lang diskutierte Gesetz wurde im Anschluss an die Ereignisse um den Tod Daniel Zamuidos verabschiedet. Damals nahm ganz Chile Anteilnahme an der Tat gegen den jungen Mann, und sowohl Sebastian Piñera als auch die Vereinten Nationen riefen die Abgeordnete dazu auf, das Gesetz so schnell wie möglich abzusegnen.

Diskriminierung weiter an der Tagesordnung

Zwar beurteilten Sebastian Piñera und auch die Schwulen- und Lesbenbewegung Chiles (Movilh) das Urteil als einen großen Erfolg, wiesen jedoch auch darauf hin, dass die Diskriminierung gegen Homosexuelle weiterhin ein Problem bleibe. Nur eine Woche bevor die Täter im Fall Daniel Zamuido ihre Strafen erhielten, wurde in einer Kleinstadt, 60 Kilometer südlich von Santiago de Chile, ein weiterer junger homosexueller Mann angegriffen. Der 21-Jährige erlitt schwere Verletzungen und liegt im Krankenaus. Er schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Movilh gab in einem Statement bekannt, dass trotz der Sensibilisierung für das Thema durch den Tod von Zamuido in diesem Jahr 16 Prozent mehr Angriffe auf Homosexuelle verübt wurden als 2012. (aj)