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Supermärkte boykottieren Fleisch aus Amazonasgebiet

Die Assoziation der Supermärkte in Brasilien hat am Montag den Beschluss bekannt gegeben, in Zukunft Fleisch, das aus dem Amazonasgebiet stammt, nicht mehr verkaufen zu wollen. Die Organisation mit knapp 3.000 Mitgliedern will mit dieser Maßnahme, die illegale Rodung und die generelle Abholzung im Amazonas-Regenwald reduzieren. In den vergangen Jahren wurden immer mehr Flächen für den Anbau von Soja für die Agrarwirtschaft gerodet, um so der steigenden Nachfrage nach Fleisch nachkommen zu können. Außerdem gab es immer wieder Berichte über die Verletzung der Rechte von indigenen Bevölkerungen im Amazonas. Die knapp 3.000 Supermärkte, die den Beschluss der Assoziation unterschrieben haben, wollen keine Produkte mehr verkaufen, die damit in Verbindung gebracht werden können.

Abholzung des Regenwaldes sinkt stetig

Die Abholzung des Regenwaldes im Amazonasgebiet konnte in den vergangenen 10 Jahren massiv eingedämmt werden und sank auf sein niedrigstes Niveau seit Beginn der Dokumentation im Jahr 1988. Damit ist das Ziel bis 2020, die Abholzung des Waldes im Amazonas um insgesamt 80 Prozent zu senken, in greifbare Nähe gerückt. Die brasilianische Regierung nutzt zur Erfassung der Rodung Satellitenbilder und kann so auch den illegalen Holzschlag feststellen. Trotz der verzeichneten Erfolge wurde in Brasilien zwischen 2000 und 2010 eine Fläche des Waldes abgeholzt oder brandgerodet, die der Größe Großbritanniens entspricht. In diesem Zusammenhang stellt vor allem die illegale Rodung im größten südamerikanischen Land ein Problem dar. Die Behörden beschlagnahmten allein im letzten Jahr 2.000 Quadratkilometer illegal geschlagenes Holz. (aj)