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'Sumak Kawsay' - Alternativ-Konzept des 'Guten Lebens'

Vom 3. August bis Ende September wird das in der Maya-Sprache Kichwa als „Sumak Kawsay“ bezeichnete und allgemein mit „Gutes Leben“ übersetzte indigene Lebenskonzept das zentrale Thema bei verschiedenen öffentlichen Foren in den Andenstaaten sein. Initiator der Diskussionen sind die Koordinationsstelle der Indigenen Organisationen des Andenraums (CAOI) sowie deren Mitgliedsorganisationen im Andenraum. Die ersten Foren finden am 3. und 4. August in Kolumbien statt, am 5. und 6. August wird in Ecuador und am 23. und 24. August in Bolivien diskutiert werden. Die Veranstaltungen in Peru sind für September angesetzt.

„Sumak Kawsay“ ist ein zentrales weltanschauliches Prinzip der indigenen Völker des Andenraumes und bedeutet sinngemäß „auskömmliches“ oder „gutes Zusammenleben“. Vereinfacht dargestellt ist damit die materielle, soziale und spirituelle Zufriedenheit aller Mitglieder einer Gemeinschaft gemeint, die jedoch nicht auf Kosten jeweils anderer Mitglieder und nicht auf Kosten der natürlichen Lebensgrundlagen gehen dürfe.

Zusammen mit dem Gedanken der Wahrung der Rechte der Erde wurde Sumak Kawsay 2008 als Staatsziel in der neuen Verfassung von Ecuador verankert und international bekannt und fand 2009 als „Suma Qamaña“ auch Eingang in die Verfassung Boliviens.

Ziel der Veranstaltungsreihe der CAOI sei es, das indigene Konzept des „Guten Lebens“ als mögliche Alternative zur weltweiten zivilisatorischen Krise weiter ins Gespräch zu bringen sowie die Forderung nach der Wahrung der Rechte der Erde zu stärken, erklärte der Dachverband in einer Presseerklärung. In den nationalen Workshops solle die Vision anhand konkreter Aspekte wie etwa Produktion und Fairer Handel, Umwelt, Spiritualität, Autonomie und indigene Justiz diskutiert werden.

Neben anderen Erklärungen verabschiedete das Weltsozialforum von 2009 im brasilianischen Belém einen Aufruf zum „Guten Leben“, beim Weltsozialforum 2010 in Porto Alegre wurde „Buen Vivir“ als alternatives Ziel anstelle von Wirtschaftswachstum erstmals international breiter diskutiert und dabei in Opposition zu bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftsmodellen gesetzt. (bh)

Mit Informationen von Adital