Kolumbien |

Studie: Paramilitärs gefährlicher als Guerilla

Eine neue Generation paramilitärischer Gruppen in Kolumbien hat offenbar die linksgerichteten Guerilla-Gruppen als Hauptverursacher der Gewalttaten im Land abgelöst. Die Paramilitärs verfolgten dabei offenbar immer weniger politische Ziele, sondern dienen ausschließlich der Organisation des milliardenschweren Drogenhandels, heißt es in einer Studie der Menschenrechtsorganisation Indepaz. Insgesamt sollen dem paramilitärischen Netzwerk etwa 13.000 Mitglieder angehören, die für eine Vielzahl von Morden, Gewalttaten und Drohungen verantwortlich gemacht werden.

Gruppierungen wie die "Schwarzen Adler" oder die "Rastojos" gründeten sich nach der Demobilisierung der früher unter dem paramilitärischen Dachverband "Vereinigte Bürgerwehren Kolumbiens" (AUC) aufgetretenen Kämpfer. In den vergangenen Jahren sollen nach Angaben der Regierung des ehemaligen Staatspräsidenten Alvaro Uribe mehr als 30.000 AUC-Kämpfer ihre Waffen abgegeben haben. Ein Teil von ihnen soll nun die Basis der neuen paramilitärischen Gruppen bilden, heißt es.
Nach Angaben von Indepaz agieren die traditionell politisch rechtsgerichteten paramilitärischen Gruppen in 29 der 32 Provinzen des Landes. In den vergangenen Jahren legte die kolumbianische Regierung ihr Augenmerk vor allem auf den Kampf gegen die linksgerichtete Guerilla-Organisation FARC, die ihren Kampf gegen den Staat ebenfalls mit Drogenhandel und Entführungen finanziert.

Quelle: kna