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Studie: Palmölanbau zerstört Wald für deutschen Handel

Deutsche Unternehmen machen Geschäfte mit Palmölproduzenten in Guatemala und Minenbetreibern in Mexiko, obwohl diese Menschenrechte verletzen und Lebensgrundlagen vor Ort zerstören. Das geht aus einer am 26. September 2019 veröffentlichten Studie der Christlichen Initiative Romero (CIR) hervor. Die Organisation ist Teil der Initiative Lieferkettengesetz, einem Bündnis aus 64 Organisationen, das von der Bundesregierung die Einführung eines Lieferkettengesetzes fordert.

Palmölplantage. Foto: Adveniat/Escher

Zerstörung von Regenwald, Wasserverschmutzung und Landraub gehen laut der Studie mit der Palmöl-Produktion in Guatemala einher. Anwohner aus Gemeinden in der Nähe von Palmölplantagen berichten demnach von Wassermangel sowie von Hautkrankheiten, Erbrechen und Kopfschmerzen durch verseuchtes Wasser und giftige Dämpfe. Kleinbauern beklagen den Verlust ihrer Existenzgrundlage, Plantagenarbeiter die prekären Arbeitsbedingungen. "Der deutsche Rohstoffhunger hat katastrophale soziale und ökologische Auswirkungen. Unternehmen dürfen nicht länger ungeachtet der massiven Schäden an Mensch und Natur wirtschaften", forderte der Co-Autor der Studie, Thorsten Moll von CIR.

Laut der Studie besteht eine klare Mitverantwortung deutscher Unternehmen entlang der Lieferkette des Massenrohstoffes. So wird das Palmöl aus den untersuchten Plantagen unter anderem von zwei Unternehmen verarbeitet, die beispielsweise eine deutsche Supermarktkette mit palmölhaltigen Käsekuchen und Mini-Donuts beliefern. Daher fordert die Initiative Lieferkettengesetz einen gesetzlichen Rahmen, der deutsche Unternehmen zur Achtung von Menschenrechts- und Umweltstandards verpflichtet.

"Für die Palmöl-Produktion nehmen deutsche Unternehmen die Zerstörung tausender Hektar Wald und die Kontaminierung von Gewässern in Kauf", erklärte Gesche Jürgens von Greenpeace, neben CIR eine der Trägerorganisationen der Initiative. "Nur ein Lieferkettengesetz verpflichtet die Unternehmen, die Menschenrechte zu achten", erklärten die Initiatoren. Deswegen sei die Bundesregierung aufgefordert, endlich einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen.

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