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Studenten protestieren für bessere Bildung

In ganz Lateinamerika sind gestern tausende Studenten dem Aufruf der Chilenischen Studenten Konföderation (Confech) gefolgt und auf die Straßen gegangen, um für eine bessere Bildung und niedrigere Kosten zu protestieren. In der koordinierten Aktion „Lateinamerikanischer Tag der Mobilisierung zur Verteidigung der Bildung“ versammelten sich in Argentinien, Brasilien, Chile, Mexiko, Costa Rica, El Salvador, Kolumbien, Ecuador, Uruguay und Venezuela Demonstranten zur selben Uhrzeit für Demonstrationszüge.

100.000 Protestanten in Kolumbien

Zahlenmäßig am stärksten vertreten waren die Teilnehmer in Kolumbien. 100.000 Studenten, Professoren und Universitätsangestellte protestierten in unterschiedlichen Städten des südamerikanischen Landes. Allein in der Hauptstadt Bogotá versammelten sich gut 30.000 Menschen. „Wir wollen uns nicht nur mit den chilenischen Studenten solidarisieren, sondern sind auch deswegen hier, weil wir der Meinung sind, dass kostenfreie Bildung ein Recht für alle ist“, verkündete einer der Organisato-ren Sergio Fernandez. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hatte vergangene Woche bekannt gegeben, dass die geplante Bildungsreform nicht in Kraft treten wird. Santos reagierte damit auf die Proteste der kolumbianischen Studenten, die an mehr als 30 staatlichen und privaten Universitäten auf Grund des Vorhabens streikten.

Ausschreitungen in Chile

In Chile kam es bereits vor dem geplanten Protest zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten. Nach Angaben der chilenischen Behörden hätten die Protestanten an mehreren Stellen in der Hauptstadt für Unruhen gesorgt. So versuchten knapp 2.000 Studenten am frühen Morgen die Alameda - die Hauptstraße Santiagos- entlang zu marschieren. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Protestanten auseinanderzutreiben. Es kam zu zahlreichen Verhaftungen. Die chilenische Studentenbewegung kämpft seit knapp sieben Monaten für eine qualitativ hochwertige und kostenfreie Bildung, die allen Chilenen zugänglich sind. Bisher sind jegliche Verhandlungen mit der Regierung gescheitert.

In Brasilien und Venezuela wurde der Aktionstag außerdem genutzt um gegen die repressiven Methoden der Polizei und Menschenrechtverletzungen zu protestieren. (aj)