Chile |

Studenten nehmen Proteste wieder auf

Die chilenische Studentenbewegung hat ihre Proteste in der Hauptstadt Santiago de Chile wieder aufgenommen. Nach eigenen Angaben hat die Vollversammlung für Schüler und Studenten (ACES gestern) gestern 10.000 Protestler mobilisiert, um für ein gerechteres Bildungssystem in dem südamerikanischen Land zu demonstrieren.

Die Demonstration sei von den zuständigen Behörden nicht genehmigt worden, so die Bürgermeisterin von Santiago, Cecilia Pérez. Trotzdem marschierten die Demonstranten von der Plaza Italia bis zur Alameda Bernando O´Higgings. Dort errichteten sie mehrere Straßenblockaden. Bei der Auflösung dieser Blockaden kam es zu den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Protestanten. Drei Polizisten wurden verletzt. Keiner von ihnen befinde sich jedoch in einem kritischen Zustand, erläuterte Pérez. 50 Demonstrationsteilnehmer wurden festgenommen.

Fortsetzung von 2011

Mit diesem ersten Protest im neuen Jahr will die Studentenbewegung verdeutlichen, dass sie auch in 2012 für ihre Forderungen kämpfen wird. „Die Bewegung besteht weiter und wir kämpfen für die Wiedererlangung der öffentlichen Bildung“, verdeutlichte der Sprecher der ACES, Alfredo Vielma. Bereits im vergangenen Jahr hatten Studenten und Schüler acht Monate lang immer wieder für eine bessere öffentliche Bildung demonstriert. In mehreren chilenischen Städten gingen tausende Protestanten auf die Straße. Sie warfen der chilenischen Regierung vor, das Bildungssystem, was noch aus der Zeit Agosto Pinochets stammt und einen hohen Grad an Privatsierung aufweist, nicht zu reformieren. Eine der Hauptforderungen der Protestbewegung ist das kostenfreie Studium für alle. Da Regierung auf diese Forderung bisher nicht einging, brachen die Studentenbewegung entsprechende Verhandlungen im letzten Jahr mehrmals ab. (aj)

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