Bolivien |

Streit um Ackerland

In Bolivien ist es in den Bergbau-Städten Potosí und Oruro zu Protestaktionen gegen die Zentralregierung gekommen. Anlass seien ungelöste Grenzstreitigkeiten, so die Bürgervereinigung Potosí. Am Dienstag stand in der Departamento-Hauptstadt Potosí für 24 Stunden das gesamte öffentliche Leben still, berichten lokale Medien. Gefordert wird von der Zentralregierung ein Sondergesetz zur endgültigen Lösung der historischen Streitigkeiten mit Bewohnern des Nachbar-Departamento Oruro.

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen zwei zerstrittenen Grenzgemeinden hatte es vergangene Woche 25 Verletzte und zwei schwer Verletzte gegeben. »Wir hoffen, dass dieses Problem schnell gelöst wird, weil wir keine verfeindeten Ländern sind, sondern bolivianische Brüder, hoffentlich kommt es zum Dialog«, erklärte Sonia Saavedra, Vorsitzende des Bürgerkomitees Oruro (COMCIPO). In der sechstgrößten Stadt des Landes waren der regionale Gewerkschaftsverband COD und rund 500 Bergleute durch die Straßen gezogen. Sie werfen der Regierung in La Paz Untätigkeit vor. Die Morales-Regierung sei deswegen mitverantwortlich für die jüngste Eskalation.

Autonomie-Ministerin Claudia Peña erklärte den Streik als »politisch und ungerechtfertigt«. Bereits am Wochenende habe es zwischen den Gemeinden Coroma (Potosí) und Quillacas (Oruro) ein schriftliches Abkommen zur friedlichen Beilegung des Konflikts um Ackerland gegeben. Die Befriedung vor Ort sei vor allem Aufgabe der Betroffenen, sagte Peña. »COMCIPO muss den Bewohnern der Gemeinden den entsprechenden Raum zugestehen, damit diese die Protagonisten der Konfliktlösung sind«, so die Ministerin in Richtung der Protestorganisatoren. Die Präfekten der Departamentos Felix Gonzales und Santos Tito von der regierenden »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) gaben zudem die Gründung einer Vermittlungs-Kommission und der Entsendung einer Expertengruppe zur Vermessung der umstrittenen Grenzverläufe bekannt. (bb