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Streit über Status gleichgeschlechtlicher Paare

Buenos Aires. Die mögliche Legalisierung der sogenannten Homo-Ehe spaltet Argentinien. Vor der Debatte über eine entsprechende Gesetzesvorlage am Dienstag im Senat protestierten Tausende vor dem Kongressgebäude in Buenos Aires und sammelten Unterschriften gegen das Vorhaben. Die Mitglieder zweier evangelischer Dachverbände argumentierten, die Mehrheit der argentinischen Bevölkerung lehne Eheschließungen und Kindesadoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare ab. Sie fordern dazu eine Volksabstimmung.

Anfang Mai hatte sich der größere Teil der Abgeordneten für eine Legalisierung ausgesprochen. Für Mitte Juli ist die Abstimmung im Senat vorgesehen. Politische Beobachter gehen davon aus, dass die Gesetzesvorlage mit knapper Mehrheit angenommen wird.

Seit Dezember 2009 haben in Argentinien bereits fünf homosexuelle Paare ihre Partnerschaften standesamtlich eintragen lassen. Zuvor hatten richterliche Beschlüsse den Weg dafür freigemacht. Der Vorgang ist bisher einmalig in Lateinamerika. Derzeit warten 60 weitere homosexuelle Paare auf die Zustimmung der Gerichte. Justizintern kam es darüber zu heftigen Kontroversen. Mehrere Richter nannten die Genehmigungen verfassungswidrig.

Seit Wochen kämpft auch die katholische Kirche gegen die Gesetzesvorlage. Sie rief unter anderem Abgeordnete und Senatoren dazu auf, im Kongress gegen die sogenannte Homo-Ehe zu stimmen. Es kommt allerdings auch innerhalb der Kirche zu Spannungen. Vergangene Woche sprach sich eine Gruppe von 15 Priestern in einem Dokument für die Vorlage aus. Die Geistlichen aus der Provinz Cordoba nördlich von Buenos Aires bezeichneten "Homosexualität als eine andere Form, Sexualität und Liebe zu leben".

Quelle: kna