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Streik legt Arbeiten am Amazonas-Stadion lahm

Die Bauarbeiten am Fußball-WM-Stadion in der brasilianischen Stadt Manaus sind aufgrund eines Streiks zu Beginn der Woche zum Erliegen gekommen. Die Arbeiter, die am sogenannten Amazonas-Stadion tätig sind, reagierten damit auf einen Unfall, der sich am letzten Wochenende auf der Baustelle ereignete. Am Samstag stürzte der 22-jährige Melo Ferreira aus 35 Meter Höhe und konnte nicht gerettet werden. Er erlag seinen Verletzungen wenige Stunden nach dem Unfall im Krankenhaus. Nach Angaben der Angestellten gegenüber der örtlichen Presse seien die Sicherheitsvorkehrungen auf der Baustelle absolut unzureichend. Da die Hälfte der 12 WM Stadien in Verzug ist, sei der Druck enorm hoch. Dabei werden laut der Beschäftigten Sicherheitsvorkehrungen nur wenig Beachtung geschenkt.

Auch die örtliche Staatsanwaltschaft schätzt die Situation ähnlich ein. Bereits bevor die Arbeiter ihren Streik begonnen hatten, erwirkte diese einen partiellen Baustopp für die Arbeiten, die in großen Höhen erledigt werden müssen. Dieser Stopp werde aufrecht erhalten bis die Bauherren der Firma Andrade Guitierrez einen umfassenden Bericht über die Sicherheit der Großbaustelle angefertigt haben. "Die Staatsanwaltschaft kann nicht erlauben, dass die Dringlichkeit der Fertigstellung der Stadien für die WM 2014 zu Lasten des Wohlergehens der Bauarbeiter geht", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme.

Ein Expertenteam hat die Baustelle am Amazonas-Stadium in Manaus am Montag besucht. Neben den Sicherheitsvorkehrungen hat sie auch die Arbeitsabläufe auf der Baustelle unter die Lupe genommen. Presseberichten zufolge wird ein Bericht in naher Zukunft erwartet. Möglichweise wird die Baufirma Andrade Guitierrez sich vor Gericht für den Tod von Melo Ferreira verantworten müssen. (aj)