Bolivien |

Streik für mehr Rente

Angesichts anhaltender Streiks und Straßenblockaden wichtiger Verkehrsadern durch den Gewerkschaftsdachverband „Arbeiterzentrale Boliviens“ (COB) für Rentenerhöhungen hat Präsident Evo Morales am Donnerstag vor einem Umsturzversuch seiner Regierung gewarnt. COB-Gewerkschaftler würden „nach einem Aufstand der Polizei schreien, damit diese einen Staatsstreich machen“, erklärte Morales in der Hauptstadt La Paz den Streik als „politisch“.

Die COB-Führung fordert für rund 750.000 Rentner eine monatliche Altersrente von 70 Prozent des Gehalts. Die Mindestrente soll 5.000 Bolivianos (542 Euro) für alle Arbeitnehmer betragen. Für Bergarbeiter werden 8.000 Bs. (868 Euro) eingefordert. Einen Vorschlag der Regierung über eine Zahlung von 4000 Bs. (434 Euro) nach 35 Jahren Arbeitszeit lehnte die COB ab.

Am Donnerstag hatte die Regierung der „Bewegung zum Sozialismus“ (MAS) den gesetzlichen Mindestrentenanspruch der 2006 eingeführten „Rente der Würde“ um 50 Bolivianos angehoben. 200 Bolivianos (21 Euro) erhalten über 60-Jährige ohne Rentenbeiträge gezahlt zu haben. 250 Bolivianos (27 Euro) gehen an Pensionäre zusätzlich zur beitragsfinanzierten Rente. Seit Einführung der Mindestrente ist Armut auf dem Land von 64 auf 40 Prozent gesunken. 2012 wurde die aus Einnahmen des nationalisierten Gas-Geschäfts finanzierte Leistung an 831.833 Menschen ausgezahlt.

Morales erklärte die Forderung von COB sei „technisch nicht machbar“. In den Verhandlungen mit Gewerkschaftsvertretern hätten diese die Finanzierung des Vorschlages selber nicht belegen können, berichtet die Tageszeitung „La Razón“. COB-Gewerkschaftsvertreter wiesen die Putschabsichten zurück. Im Februar 2012 hatte COB eine eigene Partei gegründet und die Teilnahme an Wahlen 2014 angekündigt. (bb)