Chile |

Streik für Bildung und Arbeit  

Die »Nationale Vereinigung der Staatsbediensteten« (ANEF) hat ihre Mitglieder am heutigen Mittwoch zum Streik gegen die Sparpläne der Regierung aufgerufen. In Protest gegen die geplante Entlassung von 2500 Beamten durch die seit Anfang des Jahres im Amte befindliche Administration von Sebastian Piñera soll am Donnerstag die Arbeit niedergelegt werden. Der angekündigte Streik findet landesweit und 24 Stunden lang statt. Die ANEF-Führung rief die Chilenen zur Solidarität auf, als Zeichen der Unterstützung wurde darum gebeten, öffentlichen Behörden fern zubleiben.

Die Regierung erklärt die Entlassungen für nicht verhandelbar. Alle Stellen seien politische Posten. Nach 20 Jahren Regierungszeit des Linksbündnisses Concertación unter Führung der Sozialistin Michelle Bachelet fände nun ein personeller Wechsel im Staatsapparat statt. ANEF-Präsident Raúl de la Puente dementierte diese Darstellung in einem Radiointerview. Die bisher gestrichenen Stellen seien keine »Vertrauensposten« auf der Führungsebene, sondern im Mittelbau. Man habe Kenntnis von Entlassungen im Ministerium für Planung und Entwicklung, Kulturministerium, Erziehungsministerium und der staatlichen Behörde für Frauenrechte.

Die Studentenorganisation »Vereinigung der Studenten Chiles« (FECH) kündigte für Donnerstag ihre Unterstützung an. Gegen die Privatisierungspläne im Bildungssystem werde sich eine massive Demonstration von Studenten und Schülern dem Ausstand anschließen. Der Protest richte sich gegen »die neue Form des Regierens, welche die Bürger nicht zu Rate zieht und die kommerziellen Interessen über die Köpfe der Menschen hinweg verteidigt«, so FECH-Vorsitzender Julio Sarmiento. Zu Wochenbeginn war es in der Hauptstadt zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierern und Polizei gekommen. 41 Studenten waren am Montag nach einer Demonstration und Schulbesetzungen festgenommen worden. (bb)