Chile |

Streik bei Bergbauunternehmen Codelco

Mit einem eintägigen Streik haben die Gewerkschaft der Kupferarbeiter (FTC) und der Bergbauarbeiter Chiles (FMCJ) gestern gegen die zunehmende Auslagerung von Verträgen an Subunternehmen protestiert und die Einhaltung von Arbeits- und Sicherheitsstandards gefordert.

Der Streik war am Montag von den Gewerkschaften angekündigt worden. Die staatliche Firma Codelco ist der weltweit größte Kupferförderer. Dort sei die Produktion gestern komplett lahm gelegt worden, berichten lokale Medien unter Berufung auf staatliche Stellen. Rund 15.000 Arbeiter von Codelco hatten am Dienstag die Arbeit niedergelegt, hinzu kamen die rund 35.000 Angestellten von Subunternehmen, berichtet die chilenische Zeitung „La Tercera“. Nur teilweise beteiligt hätten sich die Arbeiter anderer privater Minen.

Subunternehmen zahlen 70 Prozent weniger Lohn

Der Vorsitzende der Gewerkschaft FTC, Raimundo Espinoza, bezeichnete den Streik als vollen Erfolg. Er hoffe, dass die Regierung die Bildung eines runden Tisches vorantreibe, sonst werde weiter mobilisiert, zitiert „La Tercera“ den Gewerkschafter. Der Geschäftsführer von Codelco, Thomas Keller, kritisierte den Streik als „illegal“ und bezifferte die Verluste durch die Arbeitsniederlegung auf rund 35 Mio. US-Dollar.

Die Gewerkschaften fordern unter anderem mehr Sicherheit in den Bergwerken, wollen einen Stopp von Subunternehmerverträgen und ein Ende der schleichenden Privatisierung des Staatsunternehmens erreichen, die mit der Aushöhlung von Standards einhergeht. So erhalten Angestellte von Subunternehmen durchschnittlich 70 Prozent weniger Lohn. Seit 2010 sind nach Angaben der FMC 70 Bergarbeiter infolge von Unfällen ums Leben gekommen. Die Gewerkschaften wollen zudem eine Reform des Arbeitsrechts durchsetzen und eine bessere Leitung des Staatsunternehmens erreichen. Der Kupferbergbau macht etwa 60 Prozent der chilenischen Exporte aus. (bh)